Schufa-Studie: Zahlungsmoral der Deutschen gut

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.06.2015

Einmal jährlich erstellt die Schufa eine Studie auf Basis der erhobenen Daten, aus welcher sich Rückschlüsse auf den Umgang der Deutschen mit Schulden und ihre Zahlungsmoral ziehen lassen. Insgesamt gehen die Bundesbürger sehr vernünftig mit Krediten um und zahlen sie zuverlässig zurück. Allerdings gibt es bei der Zahlungsmoral regionale Unterschiede.

Das Ergebnis der Untersuchung fällt sehr positiv aus: „Das Finanzverhalten der Deutschen bleibt weiterhin vorbildlich“, heißt es in einer Pressemitteilung der Schufa zum jüngst veröffentlichten „Kredit-Kompass 2015“.

Trotz Zinstief kein Trend zur Kreditaufnahme

Obwohl Kredite aufgrund des anhaltenden Zinstiefs derzeit sehr günstig sind, lassen sich die Deutschen laut der Schufa-Studie nicht dazu verleiten, sich unüberlegt zu verschulden. Zwar seien die Darlehensbeträge bei Ratenkrediten 2014 im Schnitt um zehn Prozent gestiegen, gleichzeitig wurden jedoch weniger Kredite aufgenommen als im Vorjahr. „Die Deutschen sind hinsichtlich der Einstellung zu Krediten und Schulden auch im internationalen Vergleich noch immer konservativ und zurückhaltend“, erklärt Karsten John, Head of Financial Services des Marktforschungsinstituts GfK, das Umfragedaten zur Schufa-Schuldenstudie beiträgt.

46 Prozent der Befragten nutzten einen Kredit zur Anschaffung eines Autos, 25 Prozent finanzierten technische Geräte und 16 Prozent nahmen einen Kredit auf, um Möbel und Einrichtungsgegenstände zu finanzieren. Persönlicher Luxus wie eine Urlaubreise wurde hingegen nur von sieben Prozent der Bundesbürger über einen Kredit finanziert. Der durchschnittlich aufgenommene Darlehensbetrag lag im vergangenen Jahr bei 8.700 Euro, 2013 waren es noch rund 7.900 Euro.

Nord-Süd-Gefälle bei der Zahlungsmoral

Auch bezüglich ihrer Zahlungsmoral stellt die Schufa den Bundesbürgern ein gutes Zeugnis aus. Der Studie zufolge liegt die Rückzahlungsquote mit 97,5 Prozent auf einem konstant hohen Niveau. Allerdings steht es um die Zahlungsmoral nicht überall in Deutschland gleich gut – die Verfasser der Studie konnten ein deutliches Nord-Süd-Gefälle ausmachen. Dies sei anhand des sogenannten Privatverschuldungsindexes (PVI) ablesbar, in den unter anderem angemahnte Außenstände, Zahlungsausfälle, Privatinsolvenzen und Prognosen über die zukünftige Bonität einfließen, ablesbar.

In Baden-Württemberg und Bayern ist das mit dem PVI gemessene Überschuldungsrisiko der Schufa-Studie zufolge am geringsten. Richtung Norden nimmt das Risiko einer kritischen Überschuldung flächendeckend zu. Besonders in wirtschaftlich schwachen Regionen Nordrhein-Westfalens ist es schlecht um die Zahlungsmoral bestellt, beispielsweise in Duisburg und Mönchengladbach. Aber auch in den neuen Bundesländern ist das Überschuldungsrisiko vielfach stark ausgeprägt.

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