Studie zeigt: Deutsche überschätzen das Zinsniveau

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.03.2016

Das niedrige Zinsniveau ist anscheinend noch nicht bei allen Deutschen angekommen: Laut einer Studie überschätzen viele Bundesbürger die Rendite, die ihnen bestimmte Finanzprodukte einbringen, immer noch deutlich. Und das obwohl die ihnen die Niedrigzinsphase durchaus bewusst ist und sie ihre Zinserwartungen bereits heruntergeschraubt haben.

Das Zinsniveau ist aktuell historisch niedrig, doch viele Deutsche haben das anscheinend noch nicht realisiert. Laut einer repräsentativen Studie von fünf Direktbanken, unter anderem der ING-DiBa und der Comdirect, überschätzen die Bundesbürger die Rendite diverser Produkte deutlich. Wie die „Welt“ berichtet, haben die Deutschen ihre Zinserwartungen zwar bereits nach unten korrigiert, liegen damit aber immer noch weit über den Renditen, die in der Realität der Niedrigzinsphase möglich sind.

Zinsniveau mehrerer Anlageprodukte überschätzt

Die Bundesbürger erwarten von einer Anlage in Festgeld durchschnittlich eine Rendite von 1,65 Prozent, vor zwei Jahren hielten sie noch 2,1 Prozent für realistisch. Damit sind die Erwartungen im Zusammenhang mit der aktuellen Niedrigzinsphase zwar gesunken, tatsächlich liegt die durchschnittliche Rendite für Festgeld aktuell jedoch nur bei 0,37 Prozent. Beim Tagesgeld glauben die Deutschen an eine Rendite von 1,32 Prozent, das tatsächliche Zinsniveau ist mit durchschnittlich 0,42 Prozent aber deutlich niedriger. Ähnlich sieht es beim Sparbuch aus: Statt des erwarteten Zinssatzes von 0,42 Prozent sind für Anleger dabei nur 0,07 Prozent zu holen.

Höhere Rendite: Deutsche öffnen sich für Aktien

Auch wenn ein großer Teil der Befragten das Zinsniveau überschätzt, ziehen die Bundesbürger anscheinend Konsequenzen aus den niedrigen Zinssätzen und setzen verstärkt auf ein Depot mit Aktien. Laut der Studie der Direktbanken liegt der Anteil von Aktienfonds im Portfolio der Deutschen bei sieben Prozent und ist damit höher als in den Vereinigten Staaten oder in Großbritannien. Dabei sind die Bundesbürger im internationalen Vergleich traditionell eher dafür bekannt, Aktien skeptisch gegenüberzustehen. Eine weitere Konsequenz aus den niedrigen Zinsen ist, dass Sparen immer weniger Menschen attraktiv erscheint. 47 Prozent der Befragten geben ihr Geld aktuell lieber für Urlaube oder Einkäufe aus. Nur 43 Prozent legen noch Wert darauf, zu sparen.

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