Sturmschäden kosten Versicherer zwei Milliarden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.01.2017

Sturmschäden haben den Versicherern in diesem Jahr zwar etwas weniger zugesetzt als 2015, dennoch sind erhebliche Sachschäden durch Unwetter entstanden – besonders durch die beiden Tiefs Elvira und Friederike. Viele Hausbesitzer sind immer noch nur unzureichend für solche Fälle abgesichert.

Im Jahr 2016 sind den Versicherern durch Sturmschäden Kosten von zwei Milliarden Euro entstanden. Das zeigen die vorläufigen Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht hat. Dabei fehlen allerdings noch die Sachschäden an Kraftfahrzeugen, für die noch keine genauen Daten vorliegen.

Besonders schwere Sturmschäden im Mai und Juni

Trotz der hohen Ausgaben zeigt sich der GDV zufrieden mit der Schadensbilanz, da die Kosten zumindest etwas unter dem Durchschnitt der letzten Jahre blieben, der bei 2,4 Milliarden Euro liegt. 2015 entstanden zum Beispiel Schäden in Höhe von 2,6 Milliarden Euro durch Naturgefahren. GDV-Präsident Alexander Erdland erklärt aber auch: „Dennoch hat sich erneut gezeigt, welche enormen Schäden beispielsweise Starkregen wie Friederike und Elvira anrichten können.“ Kosten von rund einer Milliarde Euro und damit die Hälfte der gesamten Schäden wurden durch diese beiden Tiefs verursacht. Ende Mai und Anfang Juni kam es dadurch zu zahlreichen Gewittern mit starken Regenfällen. Sie allein verursachten Kosten von 800 Millionen Euro, Sachschäden in Höhe von weiteren 200 Millionen Euro wurden in diesem Zeitraum durch Sturm und Hagel verursacht.

Sachschäden durch Unwetter nicht automatisch mitversichert

Der GDV weist darauf hin, dass vielen Hausbesitzern offenbar nicht bewusst sei, dass eine Absicherung gegen Regen- und Sturmschäden nicht automatisch Teil der Wohngebäudeversicherung ist. Für diese zusätzliche Absicherung ist eine Elementarschadendeckung erforderlich. In Deutschland ist ein solcher Elementarschutz, der auch bei Hochwasser und Starkregen greift, bei 37 Prozent der Häuser gegeben. Das bedeutet zwar ein deutliches Plus gegenüber dem Jahr 2002, als es nur 19 Prozent waren. Gleichzeitig heißt es aber auch, dass von den 17,5 Millionen Häusern in Deutschland 11 Millionen nicht für einen solchen Fall versichert sind. Deshalb rät der Verband Hausbesitzern, ihre bestehende Versicherung zu überprüfen und gegebenenfalls nachzubessern. 

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

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