Sturmtiefs sorgen für hohe Stromrechnungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.01.2015

Die Sturmtiefs „Elon“ und „Felix“ wirbelten nicht nur Gärten, sondern auch den Strommarkt durcheinander: Die Orkantiefs sorgten für eine Rekordproduktion in Windstromanlagen, machten jedoch auch das Eingreifen der Netzbetreiber nötig. Diese Eingriffe verursachten zusätzliche Netzkosten von rund 13 Millionen Euro – die letztlich die Stromkunden tragen.

Das Jahr 2015 hat mit den Sturmtiefs „Elon“ und „Felix“ stürmisch begonnen. Die Orkane, die hintereinander weg durch Deutschland tobten, richteten im ganzen Land schwere Schäden an. Doch gleichzeitig trieben sie deutsche Windstromanlagen zu Höchstleistungen an. In den Spitzen speisten die Windkraftanlagen stundenweise eine Leistung von 30.700 Megawatt ins Stromnetz ein und lasteten damit die in Deutschland insgesamt installierte Windkraftleistung von 36.000 Megawatt beinahe vollkommen aus, berichtet „Die Welt“. Der Windstrom-Rekord führte jedoch auch zu überlasteten Leitungen und dazu, dass Netzbetreiber massiv in den Kraftwerksbetrieb eingreifen mussten.

Sturmtiefs verursachen zusätzliche Netzkosten in Höhe von 13 Millionen Euro

Sowohl der Übertragungsnetzbetreiber Tennet als auch 50 Hertz mussten jeweils einen sogenannten Redispatch durchführen. Darunter versteht man einen Eingriff in die Erzeugungsleistung von Kraftwerken, um Leistungsabschnitte vor einer Überlastung zu schützen. Während Tennet den notwendig gewordenen Markteingriff mit sechs Millionen Euro beziffert, gibt 50 Hertz die Kosten für den Redispatch mit einer Summe von sieben Millionen Euro an. Zu den Eingriffen zählte unter anderem das Hochfahren von Kraftwerken in Süddeutschland und die Drosselung konventioneller Kraftwerke in Norddeutschland, um eine Überlastung der Nord-Süd-Trasse durch die Produktionsüberschüsse im Norden zu verhindern. Außerdem mussten mehrere Windkraftanlagen während der Sturmtiefs zwischenzeitlich abgestellt werden. „Elon“ und „Felix“ haben damit zusätzliche Netzkosten von mindestens 13 Millionen Euro verursacht. Die Kosten werden letztlich über die Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Großhandel: Überangebot an Windstrom sorgt für drastischen Preisverfall

Das durch „Elon“ und „Felix“ verursachte Überangebot an Windstrom führte außerdem zu einem drastischen Verfall der Großhandelspreise für Elektrizität am Spotmarkt der Europäischen Energiebörse (EEX) und gleichzeitig zu einer Entlastung für Einkäufer wie Stadtwerke oder große Industriebetriebe am Großhandelsmarkt. Nach Angaben von der „Welt“ sank der Strompreis für eine Megawattstunde um mehr als die Hälfte: Kostete eine Megawattstunde vor dem Hereinbrechen der Sturmtiefs noch zwischen 38 Euro in der Basislieferung und 49 Euro bei Volllast, lag der Preis nach den beiden Orkantiefs bei zwölf bis 14 Euro. Inwieweit deutsche Stromkunden von den massiv sinkenden Großhandelspreisen profitieren werden, ist noch unklar.

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