Tausende neue Ladestationen für Elektrofahrzeuge?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.12.2016

Die Reichweite von Elektrofahrzeugen ist begrenzt und öffentliche Ladestationen sind in Deutschland noch rar. Verständlich also, dass viele Autofahrer noch vor dem Kauf der sogenannten „Stromer“ zurückschrecken. Bereits im kommenden Jahr könnte sich die Ladesituation allerdings deutlich verbessern.

Das in Deutschland noch sehr grobmaschige Ladenetz für Elektrofahrzeuge gehört zu den Hauptgründen, warum Verbraucher hierzulande vom Kauf eines E-Autos zurückschrecken. Eine neue gemeinsame Initiative mehrerer großer Autobauer könnte nun für eine Verbesserung der Ladeinfrastruktur sorgen. Sie planen, in den nächsten drei Jahren europaweit mehrere Tausend Ladestationen zu errichten, wie „Heise online“ informiert.

400 Ladestationen schon im kommenden Jahr

Demzufolge sollen im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts von Daimler, BMW, Volkswagen samt der Töchter Porsche und Audi sowie dem amerikanischen Autobauer Ford im ersten Schritt bereits im kommenden Jahr 400 Ladestationen aufgebaut werden. Eigenen Angaben zufolge planen die Autobauer, Ladesäulen im Abstand von etwa 50 Kilometern vor allem an Autobahnen und vielbefahrenen Durchgangsstraßen aufzustellen.

Zum Einsatz kommen sollen dabei Hochleistungsladesäulen mit sogenannten CCS-Steckern („Combined Charging System“), die eine Leistung von bis zu 350 Kilowatt unterstützen. Elektrofahrzeuge, die auf diese Leistung ausgelegt sind, sollen an diesen Ladestationen innerhalb einiger Minuten auf einen Akkustand von 80 Prozent gebracht werden können.

Aktuell müssen Besitzer von Elektroautos sieben bis acht Stunden einplanen, wenn sie ihr Fahrzeug in der heimischen Garage über den herkömmlichen Stromanschluss laden.

Aufladen von Elektrofahrzeugen wohl nicht kostenlos

Vorbild für die Pläne der Gemeinschaftsinitiative dürfte das Ladenetz des amerikanischen Elektro-Autobauers Tesla sein. Die Leistung der geplanten Ladestationen soll die der Tesla-Säulen allerdings deutlich übertreffen.

Tesla betreibt weltweit mehr als 700 Ladestationen mit insgesamt knapp 5.000 Ladeplätzen, an denen Tesla-Besitzer ihr Fahrzeug bislang sogar kostenlos laden konnten. Ab 2017 werden aber wohl zumindest Neukunden dort für den Strom zahlen müssen.

Auch bei dem gemeinsamen Schnellladenetz der Autobauer werden Besitzer von Elektrofahrzeugen diese voraussichtlich nicht kostenlos aufladen können. Es sei aus jetziger Sicht eher nicht geplant, den Strom an den Ladestationen kostenlos abzugeben, sagte ein Sprecher des Daimler-Konzerns der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Konkrete Preise stünden allerdings noch nicht fest, da diese noch mit den Energieversorgern verhandelt werden müssten.

Weitere Ladestationen an Autobahnraststätten geplant

Trotz staatlicher Förderung in Höhe von 4.000 Euro sind auf deutschen Straßen bislang vergleichsweise wenige Elektrofahrzeuge unterwegs. Neben dem hohen Anschaffungspreis gilt vor allem die geringe Anzahl an Ladestationen als größter Hemmschuh für Elektromobilität.

Zwar sind nach Informationen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in der ersten Jahreshälfte mehr als 600 Ladepunkte hinzugekommen, sodass es zur Jahresmitte 6.517 öffentlich zugängliche Ladesäulen in der Bundesrepublik gab. Dies bedeutet, dass auf zehn Elektrofahrzeuge derzeit eine Ladesäule kommt.

Sollte die Zahl der E-Autos auf den Straßen künftig zunehmen, könnte es ohne zusätzliche Ladestationen eng werden. Abhilfe versprechen allerdings nicht nur die Autobauer. Auch der Raststättenbetreiber Tank & Rast plant, bis 2018 rund 400 Standorte entlang der Autobahnen mit Ladestationen auszustatten.

Quellen: Heise online, Tank & Rast, BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

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