Telekom: Bund will Anteile abstoßen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.03.2017

Es sieht ganz danach aus, als würde das Bundesfinanzministerium auf die schon lange bestehende Forderung eingehen: Offensichtlich werden Schritte geplant, um die Bundesanteile an der Telekom zu verkaufen. Der Erlös wird allerdings wohl nicht, wie von der Opposition und vielen Experten vorgeschlagen, vollständig in den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur fließen.

Momentan ist der Bund im Besitz von 14,5 Prozent der Telekom-Aktien. Hinzu kommen 17,5 Prozent, die bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau liegen. Schon seit längerem häufen sich die Forderungen, diese abzustoßen und die hohen so erzielten Gewinne in den bundesweiten Ausbau der Glasfasertechnik zu investieren. Tatsächlich könnte es nun zu einem Verkauf kommen. Es sieht allerdings nicht so aus, als würde die gesamte Erlössumme tatsächlich dem angedachten Zweck zukommen.

Aktueller Erfolg der Telekom-Aktie

Laut des Bundesministeriums für Finanzen stehen noch keine konkrete Vorgehensweise oder ein festgelegter Zeitpunkt für den Verkauf fest. Allerdings werden die Bundesanteile wohl sukzessive über einen längeren Zeitraum verkauft werden, der sich vor allem an der Börsenentwicklung orientiert. In Bezug auf die Börse könnte schon jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sein: Die Telekomaktie steht momentan bei 16 Euro – ein robuster Preis, über dem die Aktie zuletzt 2016 lag, und der jeden Depot-Besitzer mit dem Papier freut.

Obwohl die Telekom essenziell für kritische Infrastrukturen im Telekommunikationsbereich ist, sieht der Bund Sicherheitsfragen nicht als Hindernis. Nichtsdestotrotz wolle man Wert auf den Käufer der Anteile legen, damit die Eigentümerstruktur nicht zu einer Herabsenkung der Sicherheitsstandards im IT-Bereich führt.

Milliardenerlöse gehen nicht vorrangig in Breitbandausbau

Auch wenn die konkrete Summe der Verkaufserlöse natürlich noch nicht bekannt ist, rechnen Experten mit circa 25 Milliarden Euro. Die Investition in eine Ausbreitung der Glasfasertechnik, wie sie zuletzt nicht nur von alternativen Provider-Verbänden, sondern auch von der Opposition gefordert wurde, wird so aber wohl nicht passieren.

Der auch für die digitale Infrastruktur zuständige Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU will die Einnahmen stattdessen zur „Finanzierung aller Ausgaben des Bundeshaushalts“ nutzen. Dennoch stünde die staatliche Sicherheitsfrage bei der Planung an erster Stelle und damit vor Gewinnkalkulationen.

Quellen: Zeit, Computerbase, WitschaftsWoche

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