Telematik: Frauen profitieren durch Fahrverhalten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.11.2015

Auf Telematik basierende Kfz-Versicherungen etablieren sich allmählich am deutschen Markt. Eine erste Auswertung der Daten des Vorreiters Sparkassen Direktversicherung zeigt nun: Vor allem Frauen und Senioren sind anscheinend die besseren Autofahrer. Sie erhielten zumindest am häufigsten Prämiennachlässe im Telematik-Tarif.

Vor allem Frauen und Senioren können durch Telematik-Tarife bei der Kfz-Versicherung sparen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, geht dies aus einer Auswertung der Sparkassen Direktversicherung hervor, die vor knapp zwei Jahren als erster Anbieter in Deutschland mit einem Pay-as-you-drive-Tarif gestartet war.

Hohe Scores für Frauen und Senioren

Einen Scorewert von mindestens 80, der für einen Rabatt auf die Versicherungsprämie erforderlich ist, erreichten demnach rund drei Viertel der am Telematik-Pilotprojekt teilnehmenden Frauen, aber nur 64,6 Prozent der Männer. Auch bei den verschiedenen Altersgruppen konnte der Versicherer deutliche Unterschiede bezüglich der Fahrweise feststellen: Von den Unter-25-Jährigen Telematik-Versicherten erreichte lediglich ein Fünftel die für die Ermäßigung erforderliche Punktzahl von 80. Bei den Fahrern zwischen 25 und 54 Jahren waren es immerhin 64 Prozent, bei den älteren sogar 75 Prozent. „Durch die fahrverhaltensabhängige Versicherungsprämie erhielten die Frauen mehr Rabatt als die Männer und die älteren Menschen mehr als die jungen“, fasst Jürgen Cramer, Vorstandsmitglied der Sparkassen Direktversicherung die Auswertungsergebnisse zusammen.

Umdenken der Versicherungen bezüglich Tarifstruktur für Senioren

Das Ergebnis vermag zu überraschen. Im Vorfeld hatte der Versicherer seine Kunden um ihre Einschätzung gebeten, ob Frauen oder Männer den besseren Score beim Telematik-Tarif erreichen würden. Das Umfrageergebnis war dreigeteilt: Knapp 40 Prozent trauten den Männern das bessere Fahrverhalten zu, 30 Prozent lagen richtig mit der Einschätzung, dass Frauen den besseren Score erreichen würden. Weitere 30 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gingen davon aus, dass es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede geben würde. Die Ergebnisse der Auswertung der Telematik-Boxen könnten die Autoversicherer anregen, ihre bisherigen Tarifstrukturen für ältere Autofahrer zu überdenken. Derzeit ist es bei vielen Anbietern gängige Praxis, von Senioren aufgrund des vermeintlich höheren Schadenrisikos höhere Prämien für die Kfz-Versicherungen zu verlangen.

Vier Faktoren bestimmen „gutes Fahren“ im Telematik-Tarif

Die Sparkassen Direktversicherung testet den auf Telematik basierenden Kfz-Versicherungstarif „S-Drive“ seit fast zwei Jahren in einem Pilotprojekt mit 1.000 Teilnehmern. Die Fahrweise wird über eine Blackbox im Fahrzeug protokolliert. Sicherere Fahrer mit einem Telematik-Score von mindestens 80 erhalten einen Rabatt auf die Versicherungsprämie. Der Score setzt sich aus vier Komponenten zusammen: 40 Prozent macht das individuelle Fahrverhalten aus, bei dem es beispielsweise Minuspunkte für harsches Beschleunigen oder spontane Vollbremsungen gibt.

Zweitwichtigster Faktor ist mit 30 Prozent die Geschwindigkeit. Wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 20 Prozent überschritten, vermerkt die Telematik-Box einen Minuspunkt. Zu 20 Prozent fließt die Tageszeit, zu der ein Autofahrer unterwegs ist, in den Score ein, und zu 10 Prozent, ob er eher in der Stadt oder in ländlichen Gebieten mit geringerer Unfallwahrscheinlichkeit unterwegs ist. „Punktabzug gab es am häufigsten wegen eines zu rasanten Fahrstils, gefolgt von Geschwindigkeitsübertretungen“, sagte Vorstandsmitglied Cramer der „FAZ“.

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