Test: Gute Konditionen bei Online-Krediten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.11.2016

Online-Kredite werben in der Regel mit günstigen Zinssätzen sowie einfacher Abwicklung, und das offenbar mit Erfolg: Immer mehr Kredite werden im Internet abgeschlossen. Ob die Banken ihre Werbeversprechen tatsächlich halten, hat Stiftung Warentest nun überprüft und kommt zu einem fast durchweg positiven Ergebnis. Es gibt allerdings auch Kritikpunkte.

Bereits ein Viertel aller Kredite wurde dem Deutschen Bankenverband zufolge 2015 online abgeschlossen, fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Überraschend ist diese Entwicklung nicht, schließlich locken Online-Kredite häufig mit günstigen Konditionen. Nicht selten liegen die Zinssätze um drei Prozentpunkte oder mehr unter den Angeboten der Filialbanken. Und tatsächlich halten die Institute ihre Werbeversprechen, wie Stiftung Warentest jüngst ermittelte.

Zinssätze teilweise sogar niedriger als beworben

Abweichungen von den beworbenen Zinssätzen sind allerdings möglich, wenn Institute bonitätsabhängige Konditionen anbieten. Diese Abweichungen fielen im Test jedoch allesamt zugunsten des Antragstellers aus. Dank guter Bonität wurden ihnen teilweise sogar Zinssätze eingeräumt, die unter dem zu Werbezwecken eingesetzten Zwei-Drittel-Zins lagen, also dem Zinssatz, zu dem zwei Drittel aller Antragsteller einen Kredit erhalten. Auch mit dem Ablauf des Kreditantrags zeigten sich die Warentester durchaus zufrieden: 20 der 22 attestierten sie eine unkomplizierte und übersichtliche Nutzerführung. In der Regel wurden die Antragsteller mit allen erforderlichen Informationen versorgt. Lediglich bei der Allgemeinen Beamtenbank fehlte ein wichtiges und zudem gesetzlich vorgeschriebenes Formular.

Eine unrühmliche Ausnahme: Bonitätsabwertung durch Anfrage von Konditionen

Kritik erntete auch die Degussa Bank für eine unsinnige Schufa-Abfrage, die sich negativ auf die Bonitätsbewertung des Antragstellers auswirkt. Neben der üblichen „Anfrage Kreditkonditionen“, die bei der Einholung eines Kreditangebots an die Schufa übermittelt wird und keinen Einfluss auf den Schufa-Score hat, wurde hier noch eine zweite Anfrage gestellt.

Den Unmut der Verbraucherschutzorganisation zogen sich einige Kreditinstitute trotz ansonsten guter Konditionen für ihre Voreinstellungen für den Abschluss einer Restschuldversicherung zu. Bei höheren Kreditbeträgen gilt eine solche Police als durchaus sinnvoll. Verbraucher, die nur einen vergleichsweise kleinen Kredit aufnehmen oder bereits über eine Risikolebensversicherung verfügen, benötigen sie nach Einschätzung von Stiftung Warentest allerdings nicht. Dennoch schließt immerhin jeder fünfte Kreditnehmer im Internet eine solche Versicherung ab. Möglicherweise nicht immer freiwillig, wie der Test zeigte. Bei der Degussa Bank, DKB, Postbank und Targobank bemängelten die Tester, dass die Police im Antrag bereits vorausgewählt war und vom Antragsteller aktiv abgewählt werden musste. Bei der Allgemeinen Beamtenbank wurde sogar ungefragt ein Angebot inklusive Restschuldversicherung erstellt.

Quelle: Stiftung Warentest

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