Test: Robo-Advisor offenbar nicht immer neutral

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.12.2016

Ein Algorithmus als Anlageberater ist objektiv, emotionslos und günstig. So die gängigen Argumente, mit denen Robo-Advisor gerne beworben werden. Stiftung Warentest hat solche digitalen Anlageberater nun zum ersten Mal getestet. Und festgestellt, dass nicht alle völlig objektiv beraten.

Statt einem Anlageberater vertrauen zunehmend mehr Anleger ihr Kapital einem Algorithmus an. Sogenannte Robo-Advisor, also digitale Vermögensverwalter, verwalten mittlerweile Milliardenbeträge. Die Roboter-Berater legen das Geld nicht nur an, sondern können auch das Depot permanent im Auge behalten und gegebenenfalls eingreifen. Wie gut der Rat der Robo-Advisor tatsächlich ist, hat Stiftung Warentest nun für die Januarausgabe des Magazins „Finanztest“ geprüft.

Robo-Advisor mit großer Bandbreite

18 Robo-Advisor gingen dabei ins Rennen. Im Fokus stand vor allem die Frage, ob die Tipps des digitalen Anlageberaters für den Durchschnittsverbraucher nachvollziehbar sind und ob er versteht, was ihm der Algorithmus in Sachen Geldanlage ans Herz legt. Die Bandbreite war dabei groß. Bezüglich guter Nutzerführung und plausibler Informationen hebt Stiftung Warentest die Anbieter Whitebox, Vaamo und Moneyfilter hervor. Den Anlagebetrag stecken die Robo-Advisor abhängig von der Risikobereitschaft in gemischte Portfolios, bei den meisten Anbietern bevorzugt in ETF, also Indexfonds. Einige Robo-Advisor mischten allerdings auch vergleichsweise riskante Anlageprodukte wie Rentenfonds oder Fremdwährungsanleihen bei, um bei entsprechender Risikobereitschaft das Renditepotenzial zu erhöhen.

Digitale Anlageberater offenbar nicht immer völlig objektiv

Daher raten die Warentester nur Verbrauchern ohne jegliches Vorwissen im Bereich der Geldanlage davon ab, blind einem Robo-Advisor zu trauen. Anleger, die bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet haben, kann ein solcher digitaler Anlageberater hingegen tatsächlich eine Hilfe sein. Sie mahnen allerdings auch zur Vorsicht. Stiftung Warentest hegt Zweifel daran, dass die Algorithmen immer völlig neutral beraten. Sie beobachteten, dass einige der digitalen Anlageberater – wie häufig auch ihren Kollegen aus Fleisch und Blut unterstellt wird – hauseigene Produkte bevorzugten.

Drei Robo-Advisor-Typen im Test

Getestet wurden drei Arten von digitalen Anlageberatern: Full-Service-Robo-Advisor, die nach der Anlageberatung und Kauf auch die Vermögensverwaltung komplett übernehmen und gegebenenfalls automatisch eingreifen. Daneben waren auch sogenannte Half-Service-Robo-Advisor am Start, die nur die Beratung und den Kauf übernehmen, und Self-Service-Roboter, deren Dienstleistung sich auf Anlagetipps beschränkt. Zu den besten Anbietern in den jeweiligen Kategorien kürte „Finanztest“ folgende:

  • Full-Service-Robo-Advisor: Liqid, Quirion
  • Half-Service-Robo-Advisor: Ginmon
  • Self-Service-Robo-Advisor: JustETF, Moneyfilter 

Quelle: Stiftung Warentest

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