Rente mit 63: Unerwartete Kostenfalle für den Staat

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.02.2019

Von der abschlagsfreien Rente mit 63 profitierten bereits in den ersten beiden Jahren nach Einführung viele Bürger. Direkte Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro und ein Gesamtbetrag von 12,5 Milliarden Euro nach Steuer- und Sozialabgabeneinbuße für den Staat sorgen nun für Kopfzerbrechen.

Die Tendenz ist weiter steigend, da in den künftigen Jahren immer mehr Geburtsjahrgänge von dem Modell profitieren können. Aktuell gehen Männer, welche die abschlagsfreie Rente erhalten können, durchschnittlich neun Monate eher in Pension; Frauen etwa vier Monate früher.

1,5 Milliarden direkte Mehrkosten für Rentenmodell

Die Kosten für die Rente mit 63 steigen rasanter als erwartet. Schon in den ersten beiden Jahren, in denen das Angebot in Kraft trat, wurden 1,5 Milliarden Euro mehr fällig, als ursprünglich veranschlagt. So waren direkte Mehrausgaben von 6,5 Milliarden Euro entstanden, während sich die erwarteten Kosten bei fünf Milliarden Euro bewegten. Werden die durch Rente entstandenen Ausfälle der Zahler bei Steuern und Beiträgen zur Sozialversicherung hinzugenommen, belaufen sich die Kosten zwischen den Jahren 2014 und 2016 schon auf 12,5 Milliarden Euro; ein Mehraufwand von 7,5 Milliarden Euro für den Staat.

Die Berechnung der tatsächlichen Kosten wurde durch das Münchner Ifo-Institut durchgeführt. Dieses schlägt außerdem Alarm für die weiterhin anfallenden Ausgaben. So sollen in den künftigen Jahren noch mehr Geburtsjahrgänge von dem Konzept profitieren, was wiederum steigende Kosten mit sich bringt. Immer mehr Bürger können das Angebot nutzen – und tun es auch.

Betroffene ohne Abschläge nutzen Angebot vermehrt

Als Basisvoraussetzung, um mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente zu gehen, gelten 45 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch die Zeit für Kindererziehung und gewisse Phasen der Arbeitslosigkeit werden berücksichtigt. Wer die 45 Beitragsjahre nicht erreicht hat, kann dennoch mit 63 in Rente gehen, muss dann jedoch Abschläge in Kauf nehmen. Diese bewegen sich – je nach Geburtsjahr des Betroffenen – zwischen 7,2 und 9,9 Prozent der eigentlich erhaltenen Rente.

Im Vergleich entscheiden sich voll anspruchsberechtigte Personen durchschnittlich 5,4 Monate früher für den Ruhestand als Menschen, welche von den genannten Abschlägen betroffen sind. Weiterhin nehmen vor allem Männer das Angebot wahr. Sie scheiden etwa neun Monate vor dem eigentlichen Arbeitsende absichtlich aus dem Berufsleben aus, während der Durchschnitt bei Frauen bei rund vier Monaten liegt. Das Angebot könnte in Zukunft aber noch deutlich intensiver wahrgenommen werden.

Quelle: focus.de

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