TK bezahlt Homöopathie: Erklärungsnot auf Twitter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.03.2017

Es begann mit einem harmlosen Tweet: Der HNO-Arzt Christian Lübbers verwies auf eine Studie, welche die durch verschiedene Versichertengruppen der Techniker Krankenkasse verursachten Kosten untersuchte. Dort wird deutlich, dass homöopathische Behandlungen die Solidargemeinschaft deutlich stärker belasten als klassisch-schulmedizinische Verfahren. In ihrer Stellungnahme reagiert die TK allerdings ungeschickt.

Die Behandlungskosten einer konkreten Maßnahme sind generell ein wichtiges Kriterium für die Frage, ob gesetzliche Krankenkassen diese übernehmen. Für Homöopathie scheint das bei der Techniker Krankenkasse (TK) nicht zu gelten. Denn obwohl die Kosten pro behandeltem Patient hier mit 7.200 Euro statt mit 5.900 Euro in 18 Monaten laut einer Studie deutlich höher ausfallen, gehört dieses komplementärmedizinische Angebot dennoch zu den Leistungen der Versicherung. Bei dem Versuch, das zu begründen, gerät die Techniker Krankenkasse allerdings deutlich ins Schwimmen.

Kernstreitpunkt ist die Frage der Nachweisbarkeit

Auch, wenn die TK bei Weitem nicht die einzige gesetzliche Krankenkasse ist, die Homöopathie unterstützt, geriet sie dank eines unbedacht abgesetzten Tweets in der Streitfrage besonders in die Kritik. Auf die Frage eines Versicherten, ob die Krankenkasse wissenschaftliche Studien nennen könne, welche die Wirksamkeit von Homöopathie belegen und damit eine Kostenübernahme rechtfertigen, reagierte die TK mit einer Gegenfrage. Sie wollte ihrerseits von dem Nutzer wissen, ob der denn eine entsprechende Studie zur Nicht-Wirksamkeit vorlegen könnte.

Daraufhin war die Techniker Krankenkasse innerhalb kürzester Zeit der Entrüstung und Häme zahlreicher Twitter-Nutzer ausgesetzt, die auf wissenschaftliche Forschungsprinzipien hinwiesen oder die Unmöglichkeit des Beweises einer Nicht-Existenz erläutern. Zusätzlich forderten aber auch immer mehr Versicherte eine Begründung dafür, warum sie teure Behandlungsmethoden, deren Effizienz höchst umstritten ist, durch ihren Krankenkassenbeitrag mittragen müssen, während gleichzeitig beispielsweise Sehhilfen nicht erstattet werden.

TK bemüht sich um Schadensbegrenzung

Mit weiteren Tweets ruderte die Krankenversicherung schnell zurück und bemühte sich um Erklärungsversuche. Die unangemessene Reaktion tue ihnen leid und sie wüssten um die Brisanz sowie Kontroverse des Themas. Was allerdings bleibt, ist die Frage nach einer Begründung für die Kostenübernahme homöopathischer Heilmethoden.

Hierbei berief sich die TK vor allem auf die hohe Nachfrage unter Versicherten. Aufgrund dessen sei es zu einem Vertrag mit dem Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) gekommen. Der soll ein gewisses Qualitätsniveau sichern, da nur Behandlungen bei zugelassenen Vertragsärzten erstattet würden, nicht aber bei Heilpraktikern. Auf die Kernfrage der unbewiesenen Wirksamkeit ging die Versicherung dagegen nicht ein. Sie verwies lediglich auf eine Studie zum Thema, die seit 2013 zusammen mit der Berliner Charité in Arbeit sei.

Quelle: Welt.de

Aktuelle News

Regierung plant Verbesserung der Restschuldversicherung
Regierung plant Verbesserung der Restschuldversicherung
Im Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod kann ein Kredit für den Nehmer oder dessen Hinterbliebene zur großen Belastung werden. Vor dem Zahlungsausfall soll die Restschuldversicherung schützen,...
Stärkstes Wirtschaftswachstum seit einem Jahr
Stärkstes Wirtschaftswachstum seit einem Jahr
Die deutsche Wirtschaft ist weiterhin auf Erfolgskurs und startete schwungvoll ins Jahr 2017. Angetrieben von steigenden Unternehmensinvestitionen, einem verbesserten Außenhandel, dem Bauboom und einem...
Nullzinspolitik: 436 Milliarden Euro Zinseinbußen für Sparer
Nullzinspolitik: 436 Milliarden Euro Zinseinbußen für Sparer
Die Europäischen Zentralbank hat den zentralen Zinssatz mit null Prozent auf einen historischen Tiefstwert gesenkt. Diese Zinspolitik kommt deutsche Sparer einer aktuellen Rechnung nach teuer zu stehen....

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und Amazon-Gutschein gewinnen!