Trend zum Bankschließfach – auch für Bargeld

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.03.2016

Finanzkrise und Niedrigzinsen haben dafür gesorgt, dass das Bankschließfach zunehmend beliebter wird. In manchen deutschen Städten übersteigt die Nachfrage bereits das Angebot. Obwohl Banken davon abraten, wird nicht selten auch Bargeld eingelagert. Sicher ist dies nicht in jedem Fall.

Das angestaubte Bankschließfach kommt bei den Deutschen wieder in Mode. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, ist die Nachfrage nach Schließfächern mancherorts so groß, dass einige Geldhäuser bereits Wartelisten eingerichtet haben.

Bankschließfach insbesondere bei Großstädtern beliebt

Besonders groß ist die Nachfrage der Tageszeitung zufolge in Städten und Ballungszentren – nicht weiter verwunderlich, ist die Einbruchsquote in vielen Großstädten doch überdurchschnittlich hoch. So wurden beispielsweise in Hamburg im vergangenen Jahr rund 9.000 Einbruchsfälle gemeldet – etwa 20 Prozent mehr als 2014. Insgesamt wurden 2014 152.000 Wohnungseinbrüche gemeldet, Tendenz steigend. Es überrascht also kaum, dass Bankkunden für die sichere Verwahrung ihrer Wertgegenstände das Bankschließfach wiederentdecken. Laut „FAZ“ ist der Schutz vor Einbrüchen der am häufigsten genannte Grund für die Mietung eines Schließfachs.

Vertrauen ins Schließfach, nicht in die Bank

Obwohl viele Deutsche die Sicherheit eines Bankschließfachs zur Aufbewahrung ihrer Besitztümer schätzen, ist paradoxerweise gleichzeitig das Misstrauen und der Unmut gegenüber Banken groß. Anstatt die Institute mit der Geldanlage zu betrauen, lagern nach Informationen der „FAZ“ viele Bankkunden auch Bargeld in ihrem Bankschließfach ein. Viele Banken haben demnach beobachtet, dass die Finanzkrise für eine verstärkte Nachfrage nach Schließfächern gesorgt hat. So gibt die Frankfurter Sparkasse an, dass die Nachfrage nach Schließfächern in den vergangen sechs bis sieben Jahren kontinuierlich gestiegen sei.

Niedrigzinsen: Statt Geldanlage Bargeld im Bankschließfach

Andere Institute wiederum stellten erst seit jüngerer Zeit einen Anstieg der Nachfrage nach Bankschließfächern fest. „Wir beobachten seit Anfang 2015 einen leichten Anstieg der Nachfrage nach Schließfächern“, sagte eine Sprecherin der Volksbank Freiburg der „FAZ“. Bei der Sparkasse Köln hat sich die Anzahl von zuvor im Schnitt 300 vermieten Fächern pro Jahr 2015 auf 1.400 erhöht. Hintergrund dürften die anhaltend niedrigen Zinsen sein. Im Bankschließfach gelagert bringt Bargeld zwar keine Rendite, ist aber zumindest sicher aufbewahrt – so scheinen derzeit viele Sparer zu denken. Allerdings geht diese Rechnung nur selten auf: Während mit Tagesgeld und Festgeld zumindest noch kleine Zinsgewinne möglich sind, kostet das Schließfach Gebühren. Viele Geldhäuser raten zudem auch aus versicherungstechnischen Gründen davon ab, Bargeld im Bankschließfach aufzubewahren. In vielen Fällen ist es nämlich nicht mitversichert, wenn es zu Schäden an der Schließfachanlage kommt.

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