Überschuldung: Arbeitslosigkeit als Hauptauslöser

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.11.2016

Viele Deutsche kämpfen mit Überschuldung – das gilt besonders oft für Alleinerziehende und Menschen, die in die Arbeitslosigkeit geraten sind. Zwar haben immer noch die meisten Betroffenen Schulden bei Banken, doch der Anteil der Telekommunikationsanbieter unter den Gläubigern hat deutlich zugenommen.

Immer mehr Menschen in Deutschland sind von Überschuldung betroffen, häufig aufgrund von Arbeitslosigkeit. Das zeigt der aktuelle Überschuldungsreport des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF), über den die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam kürzlich auch die Auskunftei Creditreform in ihrem aktuellen Schuldneratlas. Für den Überschuldungsreport des IFF wurden die Daten von 21 Schuldnerberatungen ausgewertet und damit die Fälle von über 60.000 Haushalten erfasst.

Arbeitslosigkeit als Hauptursache für Überschuldung

Trotz der steigender Beschäftigungszahlen war bei 28 Prozent der Betroffenen Arbeitslosigkeit der Hauptgrund für ihre Überschuldung. Der zweithäufigste Grund war Einkommensarmut mit 10,4 Prozent: Trotz eines Jobs reichte in diesen Fällen der monatliche Gehaltseingang auf dem Girokonto nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch eine gescheiterte Selbstständigkeit (9,1 Prozent) oder das eigene Konsumverhalten (8,9 Prozent) sind häufige Ursachen von Überschuldung. Weitere Auslöser sind Krankheit (8,6 Prozent) oder eine Scheidung beziehungsweise Trennung vom Partner (8,1 Prozent). Der Bericht zeigt aber auch, dass die Gruppe der Alleinerziehenden besonders gefährdet ist: Etwa ein Sechstel der Betroffenen ist alleinerziehend. Dagegen sind Paare ohne Kinder laut IFF am seltensten betroffen. Betrachtet man die Altersgruppen der Ratsuchenden, die sich an die Schuldnerberatungen wandten, fällt auf, dass die 25- bis 35-Jährigen mit 28 Prozent den größten Anteil ausmachten.

Mehr Schulden bei Telekommunikationsanbietern

Auch im Jahr 2015 waren die meisten Gläubiger Banken, allerdings nur noch mit einem Anteil von 27,5 Prozent. Im Jahr 2004 lagen noch 40 Prozent der Forderungen bei Geldinstituten. Dagegen ist der Anteil der öffentlich-rechtlichen Gläubiger auf 18 Prozent und der Anteil der Telekommunikationsanbieter auf zwölf Prozent gestiegen. Anscheinend sehen sich also viele überschuldete Menschen durch die Rechnungen für Smartphones und Handyverträge überfordert. Die Forderungen der Banken belaufen sich im Durchschnitt auf 3.000 Euro, Unterhaltsberechtigte und andere private Gläubiger kommen auf 415 Euro und die Telekommunikationsunternehmen auf 412 Euro – und damit den dritthöchsten Wert. 

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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