Umsetzung von Solvency II in Deutschland beginnt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.02.2015

Die Versicherungswirtschaft soll laut den Solvency II-Richtlinien der EU zukünftig riskanter anlegen dürfen. Jetzt passierte das EU-Papier den Bundestag. Die lockereren Richtlinien bei den Anlageformen der Versicherer sind allerdings mit höheren Sicherheiten in Form von Eigenkapital verbunden. Der GDV begrüßt die Umsetzung in Deutschland.

Vor wenigen Tagen hat der Bundestag laut „Cash-online“ das Gesetz zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen (VAG-Novelle) verabschiedet. Das Gesetz soll die neue europäische Richtlinie Solvency II in Deutschland umsetzen. Als Nächstes muss nun der Bundesrat dem Gesetz, welches die Kapitalanlage für die Versicherungswirtschaft neuen Regeln unterstellt, zustimmen. Allerdings schaffen die Richtlinien für Versicherer auch neue Möglichkeiten.

Versicherungswirtschaft begrüßt die Umsetzung

Die Versicherungswirtschaft gerät durch die niedrigen Zinsen immer mehr unter Druck. Zinsversprechen an Kunden können nur schwer realisiert werden, denn für Versicherer gelten besondere Regelungen in Bezug auf ihre Geldanlage. So dürfen nur bestimmte Anteile der Kapitalien in riskantere, aber renditestarke Aktienanlagen oder vergleichbare Investments gesteckt werden. Die Versicherungswirtschaft ist jedoch auf Renditen angewiesen, um die Zinsen für private Rentenversicherungen oder auch Kapitallebensversicherungen und andere Leistungen zu erwirtschaften. Die neue EU-Richtlinie Solvency II soll der Versicherungswirtschaft diese Freiheiten einräumen und gleichzeitig für strenge Kontrollen sorgen. Durch die Verabschiedung der sogenannten VAG-Novelle hat der Bundestag nun den ersten Schritt für die Umsetzung von Solvency II in Deutschland gemacht. Die Versicherungswirtschaft begrüßte die sachgerechte und innerhalb des engen Zeitplans liegende Gesetzgebung des Bundestages. Stimmt der Bundesrat dem Gesetz zu, könnten die Solvency II-Richtlinien bereits ab dem 1. Januar 2016 in Deutschland wirksam werden.

Solvency II: Mehr Freiheit, mehr Kontrolle

Durch die Solvency II-Regelungen sollen Unternehmen der Versicherungswirtschaft zukünftig keiner Obergrenze für Anlagen in Aktien mehr unterworfen sein. Dafür müssen riskantere Investments jedoch mit mehr Eigenkapital abgesichert werden. Zusätzlich schreiben die neuen Regelungen genauere Kontrollen vor. So müssen Versicherer der Finanzaufsicht regelmäßig zahlreiche Geschäftszahlen übermitteln und ihre Geschäftsorganisation offenlegen.

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