Umweltbilanz: Stromversorger selten so umweltfreundlich wie vorgegeben

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.02.2018

Laut einem Bericht des Spiegels sind die meisten deutschen Stromversorger weniger umweltfreundlich, als sie eigentlich vorgeben. Dabei treffe die Versorger selbst aber keine direkte Schuld, denn sie würden von Gesetzeswegen her gezwungen, den CO2-Ausstoß künstlich kleinzurechnen. Trotz der verworrenen Situation auf dem Strommarkt können Verbraucher aber leicht herausfinden, wie viel Ökostrom ein Anbieter wirklich liefert.

Im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) ist geregelt, dass Stromversorger behaupten müssen, sie würden mehr Ökostrom an ihre Kunden liefern, als sie es tatsächlich tun.

Der abwegig klingende Grund: Durch die erhöhte Ausweisung von Ökostrom soll den Kunden vor Augen führen, dass sie mit der EEG-Umlage die Energiewende mitfinanzieren.

Gesetz muss abgeschafft werden

In den Anfangsjahren der Energiewende hat die beschriebene – und zugegeben kompliziert wirkende – Regelung durchaus Sinn ergeben. Sie hat ein Bewusstsein für Ökostrom geschaffen und den tatsächlich grünen Anbietern geholfen, in den Markt einzutreten. Doch der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung ist in den letzten Jahren stark gewachsen.

Durch das alte EEG dürfen beziehungsweise müssen die Stromversorger in den Abrechnungen dadurch immer höhere Anteile an Ökostrom auf dem Papier ausweisen – die es aber eigentlich nicht gibt.

Verbraucher werden durch das Gesetz in die Irre geführt. Zudem verzerrt die Regelung den Wettbewerb. Denn selbst Unternehmen, die hauptsächlich auf Energie aus Kohle setzen, wirken auf dem Papier inzwischen recht klimafreundlich.

Auch die Unterschiede zwischen den „dreckigen“ und den „sauberen“ Produzenten wie Greenpeace Energy oder Lichtblick schrumpft. „Es ist wie bei den Dieselautos", moniert Lichtblick-Manager Gero Lücking. „Die offiziellen Angaben zum Schadstoffausstoß des Stroms haben nichts mit der Realität zu tun.“

So berechnen Sie den Ökostrom-Anteil

Der genannte Anbieter Lichtblick hat sich deshalb mit 50 der größten deutschen Energieversorger näher befasst.

Dabei gab das Unternehmen unter anderem an, wie Verbraucher den wahren Anteil an Ökostrom ausrechnen können, den ihr Versorger produziert:

  1. Verbraucher bestimmten den ausgewiesenen Ökostromanteil ihres Versorgers (zu finden als „Sonstige Erneuerbare Energien“ auf der Stromrechnung).
  2. Der EEG-Ökostromanteil „Erneuerbare Energien, gefördert nach der EEG-Umlage“ wird von der Zahl 100 abgezogen.
  3. Jetzt wird der ausgewiesene Anteil (berechnet unter 1.) durch die unter Punkt 2 berechnete Zahl geteilt.
  4. Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert – der wahre Ökostromanteil ist ermittelt.

Quelle: Spiegel.de

Einmal monatlich Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!