Unwetter: Welche Versicherung wann eingreift

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.06.2018

Wie real die Gefahr von extremen Unwettern auch in Deutschland ist, zeigte die vergangene Woche. Doch viele Deutsche sind gegen Sturm, Starkregen und Co. nicht ausreichend versichert. Denn Überschwemmungsschäden sind beispielsweise in kaum einer klassischen Hausratversicherung integriert. Auch Sturmschäden werden erst bei bestimmten Windgeschwindigkeiten von der Versicherung übernommen.

Vielen Verbrauchern sei laut Versicherungsmakler Johannes Brück aus Düsseldorf gar nicht bewusst, wie schlecht sie eigentlich gegen Unwetter abgesichert sind: „Das wissen die meisten Kunden nicht, weil sie beispielsweise glauben, die Wohngebäudeversicherung zahlt jeden Unwetterschaden.“ Dabei können durch Unwetter schnell Schäden von mehreren zehntausend Euro entstehen.

Wohngebäude-, Hausrat- und Unwetterschutzpolice

Die klassische Wohngebäudeversicherung greift beispielsweise bei Sturmschäden – wenn die Windstärke mindestens Acht beträgt. Bei Hagel zahlt die Versicherung hingegen immer. Markisen und Satellitenschüsseln am Haus sind meist mitversichert. Anders sieht es aus, wenn etwa ein Ast durch das Fenster eindringt und das Inventar der Immobilie beschädigt. Zwar zahlt die Wohngebäudepolice das kaputte Fenster, für die Inneneinrichtung ist jedoch die Hausratversicherung zuständig. Dabei muss der Schutz gegen Überspannungsschäden meist ausdrücklich eingeschlossen werden.

Überschwemmungsschäden sind jedoch in beiden Policen nicht versichert. Starkregen oder Rückstau aus Kanälen können aber durchaus für hohe Schäden sorgen. Hier brauchen Verbraucher eine Elementarversicherung, die auch Erdrutsche, Schneedruck oder Erdbeben versichert. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft haben jedoch nur 41 Prozent der Deutschen diesen Extra-Schutz.

Autoversicherung greift bei Unwettern

Etwas übersichtlicher gestaltet sich die Situation, wenn Schäden an Autos etwa durch Hagel oder umgestürzte Bäume auftreten. Die Teilkaskoversicherung greift hier genauso wie bei Überschwemmungsschäden. Um den Selbsterhalt kommen Versicherungsnehmer grundsätzlich nicht umher. Tritt der Schaden hingegen auf, weil beispielsweise Fassadenteile herabfliegen, haftet aber nicht die eigene Kfz-Versicherung, sondern der Gebäudebesitzer. Er muss auch für den Selbsterhalt des Autobesitzers aufkommen.

Quelle: RP Online

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