Urteil: Kryptowährung Bitcoins ohne Umsatzsteuer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.10.2015

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat entschieden: Bitcoins können umsatzsteuerfrei in andere Währungen umgetauscht werden. Damit wird die Kryptowährung aufgewertet und sie gesetzlichen Zahlungsmitteln gleichgesetzt. Die Skepsis gegenüber den digitalen Münzen ist aber weiterhin groß.

Die nicht unumstrittenen Bitcoins sind so zu behandeln wie ein gesetzliches Zahlungsmittel. Dieses Urteil hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg gefällt. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, darf für den Umtausch der Kryptowährung in andere Währungen keine Umsatzsteuer erhoben werden. Die Richter sahen keinen Grund, Bitcoins anders zu behandeln als andere Zahlungsmittel.

Keine Umsatzsteuer auf Umtausch von Bitcoins

Anlass für das Urteil war der Fall eines Schweden, der den Umtausch von anderen Währungen in Bitcoins und umgekehrt anbieten wollte. Die schwedischen Behörden waren sich nicht einig, ob darauf Umsatzsteuer anfallen soll oder nicht. Dafür ist die Frage zentral, ob die Kryptowährung so zu behandeln ist wie gesetzliche Zahlungsmittel. Auf Umsätze mit diesen ist in der EU keine Umsatzsteuer zu zahlen. Das oberste Verwaltungsgericht Schwedens gab die Verhandlung dieser Frage an den Europäischen Gerichtshof weiter. Das Urteil stärkt die Position der Bitcoins und kommt den Händlern entgegen, die die Kryptowährung akzeptieren. Diese wurden bisher häufig doppelt durch die Umsatzsteuer belastet: Beim Verkauf der Produkte und beim Umtausch der eingenommenen Bitcoins in Euro.

Skepsis gegenüber der Kryptowährung

Das Bundesfinanzministerium sieht das Urteil nach Informationen der „Tagesschau“ kritisch: Bitcoins hätten eine geringe Währungsstabilität und seien durch die Anonymität der Transaktionen sehr anfällig für Betrug und Kriminalität. Deshalb sei die Kryptowährung auch nicht als gesetzliches Zahlungsmittel anzusehen.

Datenschützer und Technikfans loben dagegen gerade diese Unabhängigkeit der Bitcoins von staatlichen Finanzsystemen. Die virtuelle Währung ist seit 2009 im Umlauf und wurde während der Finanzkrise von einem unbekannten Programmierer entwickelt. Die digitalen Münzen können mit regulären Währungen gekauft werden und finden vor allem im Online-Handel Anwendung.

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