Urteil: Gebühren für Wohnungsbesichtigung verboten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.06.2016

Eine Wohnungsbesichtigung kann zwar mit oder ohne Makler stattfinden – seit einem Jahr ist diese Dienstleistung jedoch für potenzielle Mieter im Normalfall kostenfrei, denn seitdem gilt in Deutschland das Bestellerprinzip. Ein Gericht hat nun entschieden: Makler dürfen jenseits dieser Regelung keinerlei weitere Gebühren verlangen.

Für eine Wohnungsbesichtigung dürfen Makler von potenziellen neuen Mietern keine Gebühren verlangen – so entschied am vergangenen Mittwoch das Stuttgarter Landgericht in einem entsprechenden Prozess.

Landgericht Stuttgart: Kostenpflichtige Wohnungsbesichtigung verboten

Der betroffene Makler hatte für jede Wohnungsbesichtigung eine Gebühr von rund 35 Euro verlangt. Gegen diese Praxis hatten sowohl die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs als auch ein Mieterverein geklagt.  Der Makler selbst hatte das Argument vorgebracht, dass er nicht als Makler, sondern als Dienstleister tätig gewesen sei. Das Gericht bewertete dies jedoch als unerheblich, da seine Tätigkeit eindeutig der eines Maklers entspreche.

Das Landgericht in Stuttgart erklärte in seinem Urteil das Vorgehen des Vermittlers nun als unzulässig, er muss das Einfordern der Gebühren in Zukunft unterlassen. Betroffene dürften die zu Unrecht gezahlten Gebühren nun zurückverlangen. Der verurteilte Makler prüft aktuell die Möglichkeit, in Berufung zu gehen. Der Immobilienverband Deutschland (IDV) hatte nach eigener Aussage dem Betroffenen geraten, auf die Gebühren zu verzichten.

Gebühren für Makler durch Bestellerprinzip geregelt

Das Urteil des Landesgerichtes unterstreicht die eigentlich eindeutige Rechtslage, nach der seit dem 1. Juni 2015 in Deutschland auf dem Immobilienmarkt das sogenannte Bestellerprinzip gilt. Demnach müssen nicht mehr, wie vorher meist üblich, die zukünftigen Mieter den Makler bezahlen, sondern die Gebühren muss stets derjenige tragen, der den Vermittler hinzuzieht. Im Regelfall ist dies der Vermieter. Schon wenige Monate nach Einführung der Regelung zeigte sich, dass die Maklergebühren deutlich gesunken waren, entsprechend sahen sich viele Makler gezwungen aufgrund des Bestellerprinzips ihr Angebot zu erweitern.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung/dpa

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