US-Experten erwarten baldige Leitzins-Anhebung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.07.2015

Eine Zinswende in den USA rückt offenbar immer näher. Experten gehen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent davon aus, dass die US-Notenbank im September den Leitzins anheben wird. Dieser liegt seit Ausbruch der globalen Finanzkrise auf einem Dauertief zwischen 0 und 0,25 Prozent. Höhere Zinsen in den Vereinigten Staaten hätten auch für Anleger in Europa Auswirkungen.

Die Anzeichen für eine baldige Zinswende in den USA mehren sich. Laut „Handelsblatt“ nährte eine Rede von Janet Yellen, Präsidentin der US-Notenbank Fed, die Spekulation auf eine bevorstehende Anhebung des US-Leitzinses. Bekräftigt wurde dies nun durch ein Interview des Präsidenten der regionalen Notenbank im US-Bundesstaates St. Louis. James Bullard bezifferte die Wahrscheinlichkeit für eine Zinswende im September mit 50 Prozent.

Leitzins nach wie vor im Krisenmodus

Die Geldpolitik der US-Notenbank befindet sich seit Ausbruch der globalen Finanzkrise im Notfallmodus. Mit Zinsen um die null Prozent haben die Währungshüter weltweit für billiges Geld gesorgt, um einen Kollaps der Wirtschafts- und Finanzwelt zu verhindern. Seit siebeneinhalb Jahren ist der US-Leitzins nicht mehr über 0,25 Prozent geklettert. Eine schrittweise Anhebung nannte Bullard „vernünftig“. Schließlich hat sich die US-Wirtschaft längst von der Krise erholt. Mit dem Aufschwung wurden zudem drei Millionen neue Jobs besetzt, sodass die Notenbank bereits von Vollbeschäftigung spricht.

Folgen reichen bis nach Europa

Für Europa hätte ein höherer Leitzins in den USA zur Folge, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar geschwächt würde. Denn mit den Zinsen steigt auch die Nachfrage der jeweiligen Währung. Die Aktienkurse könnten durch eine Erhöhung des US-Leitzinses auch in Europa fallen. Der Grund: Hier haben die Aktienmärkte vor allem aufgrund des Mangels an rentablen Anlagealternativen profitiert. Aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen haben Anleger mit klassischen Sparanlagen wie Festgeld oder Sparbriefen kaum noch Renditen erzielt. Immer mehr Menschen haben daher in Wertpapier-Depots investiert. Sollten die Zinsen nun wieder steigen, würde sich dies auch auf die Beliebtheit verschiedener Formen der Geldanlage auswirken. Sollte die Europäische Zentralbank (EZB) dem US-Vorbild folgen, würden hierzulande auch Kredite wieder teuerer werden.

Aktuelle Finanznews

Armuts- und Reichtumsbericht zeigt gespaltenes Land
Armuts- und Reichtumsbericht zeigt gespaltenes Land
Es ist das Bild einer gespaltenen Gesellschaft, das der mehrere hundert Seiten starke Armuts- und Reichtumsbericht jetzt zeigt. Der Entwurf lobt die wirtschaftliche Lage Deutschlands, warnt jedoch gleichzeitig...
Rente: Anstieg im Juli um bis zu 3,6 Prozent
Rente: Anstieg im Juli um bis zu 3,6 Prozent
Eine Wirtschaft im Aufschwung und Lohnsteigerungen bringen auch Senioren ein deutliches Rentenplus. Zum ersten Juli erwarten über 20 Millionen Rentner höhere Altersbezüge. Zudem schmilzt die Lücke zwischen...
Steuereinnahmen bei Bund und Ländern kräftig gestiegen
Steuereinnahmen bei Bund und Ländern kräftig gestiegen
Im Januar und Februar flossen deutlich mehr Steuereinnahmen in die Kassen von Bund, Ländern und Kommunen. Der Zuwachs von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt deutlich höher als erwartetet....

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und Amazon-Gutschein gewinnen!