Verbraucherschützer kämpfen gegen Provisionen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.04.2015

Banken und Vermittler beraten Kunden in Sachen Geldanlage meist kostenfrei. Finanziert wird dies über Provisionen, die jedoch zunehmend in die Kritik geraten. Aktuell wehren sich Verbraucherschützer gegen Sparkassen. Diese wollen sich durch neue Geschäftsbedingungen auch für die Zukunft ihre Provisionen sichern – für die Banken eine Selbstverständlichkeit.

Momentan führen laut Informationen von Stiftung Warentest zahlreiche Sparkassen in Deutschland neue „Bedingungen für Wertpapiergeschäfte“ bei der Geldanlage ein. Ein Teil der neuen Bedingungen soll darin bestehen, dass Provisionen aus Fondsverkäufen auch in Zukunft nicht an Kunden ausgezahlt werden. Betroffene haben noch bis zum 15. April 2015 Zeit, den neuen Regelungen zu widersprechen. Nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) sollten die Kunden genau das tun, denn ihrer Meinung nach gehört das Geld aus den Provisionen nicht immer den Banken, sondern in manchen Fällen den Anlegern.

Provisionen – nicht für Sparer

Die Anlageberatung für private Sparer wird in Deutschland nahezu ausnahmslos über Provisionen finanziert. Honorarberatungen konnten sich dagegen bisher bei Verbrauchern kaum durchsetzen. Sowohl für die Kunden als auch für die Banken sind Provisionen eine bequeme Regelung. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Fondsangebots fließt, jenachdem wo die Geldanlage abgeschlossen wurde, anschließend regelmäßig eine prozentuale Bestandsprovision an die Bank oder den Vermittler. Verbraucherschützer kritisieren jedoch, dass diese Provisionen auch dann von den Banken eingestrichen werden, wenn gar keine Beratung stattgefunden habe. Manche Vermittler von Finanzprodukten gehen hier einen anderen Weg und erstatten ihren Kunden einen Teil der Provisionen

Die Debatte erhielt jetzt neuen Schwung, da zahlreiche Sparkassen ihre Bedingungen für Wertpapiergeschäfte so anpassen, dass die Kunden auf jegliche zukünftigen Ansprüche auf Provisionen verzichten. Allerdings wiesen die Verbraucherschützer darauf hin, dass auch Kunden anderer Geldinstitute mit ähnlichen Anpassungen der Geschäftsbedingungen rechnen können.

Geldanlage ohne Provisionen

Die Sparkassen betonten, dass es bei der Debatte um die Grundsatzfrage gehe, ob weiter eine provisionsbasierte Beratung angeboten werden- oder eine Honorarberatung an ihre Stelle treten soll. Das Geld aus den Provisionen komme der Finanzierung der Beratung zugute, weshalb es den Banken auch zustehen würde, kommentierten die Volks- und Raiffeisenbanken laut „WiWo/dpa“.

Ein höchstrichterliches Urteil, ob die Provisionen generell einbehalten werden dürfen oder Kunden Ansprüche darauf stellen können, steht noch aus. Anleger, die an einer Geldanlage interessiert sind, die ohne Provisionskosten auskommt, können per Geldanlage-Vergleich zu ETFs greifen. Bei diesen börsengehandelten Indexfonds gibt es keine Bestandsprovisionen.

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