Vermögensteuer-Studie von Wirtschaftsministerium zurückgehalten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.08.2017

Eine umstrittene Studie des Ifo-Instituts kommt zu dem Schluss, dass sich die Einführung einer Vermögensteuer für Deutschland keinesfalls lohnt. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte die Simulation in Auftrag gegeben, will sie nun jedoch nicht veröffentlichen. Die Ergebnisse der Studie konnten Zypries und ihr Bundeswirtschaftsministerium nicht zufriedenstellen.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries legt eine Studie des Ifo-Instituts auf Eis. Zwar hatte die SPD-Politikerin die Simulation selbst in Auftrag gegeben, doch scheinen die Ergebnisse weder sie noch ihr Ministerium zu überzeugen. Die umstrittene Studie ist zu dem Schluss gekommen, dass sich die Einführung einer Vermögensteuer nicht lohnen würde, und wird nun vorerst nicht veröffentlicht.

Erst beauftragt, dann abgelehnt

Noch im März hatte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries die Studie beim Ifo-Institut in München und den Beratern von EY in Auftrag gegeben. Nun scheint die SPD-Ministerin wenig zufrieden mit den Resultaten und die Studie liegt im Wirtschaftsministerium brach. Die Simulation sei zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Einführung einer Vermögensteuer in Deutschland nicht rechnen würde. Dazu wurden mehrere denkbare Szenearien durchkalkuliert. Letztlich kamen jedoch alle zu dem Ergebnis, dass eine Vermögensteuer das Wirtschaftswachstum bremsen würde.

„Die Einführung einer Vermögensteuer ist mit sehr erheblichen gesamtwirtschaftlichen Kosten verbunden“, heißt es in der Analyse. Einer der berechneten Fälle, mit einer Steuer von 0,4 Prozent für Unternehmen und einem Prozent für Privathaushalte, zeigt vernichtende Effekte. Das Wirtschaftswachstum verzeichnete in der Simulation ein Minus von 4,5 Prozent, die Beschäftigtenzahl ein Minus von 1,8 Prozent. Das Vermögensteueraufkommen läge zwar bei 18 Milliarden Euro, doch würden die Steuereinnahmen durch Einbußen bei Unternehmens-, Mehrwert- und Einkommensteuer um 30 Milliarden Euro sinken.

Voraussichtlich verlustreiche Vermögensteuer

Durch das Ausbremsen des Wachstums müsse laut der Studie mit Einbußen bei anderen Steuern gerechnet werden. Insgesamt würden die Verluste, auf zehn Jahre hochgerechnet, „katastrophal“ ausfallen. Der Simulation zufolge wäre dabei egal, wie die Vermögensteuer eingesetzt würde, in keinem der Fälle könne der Wohlstand gemehrt werden, da die Substanzsteuer negativ auf die Gesamtwirtschaft einwirke. Seit 1997 wird aufgrund verfassungsrechtlicher Probleme keine Vermögensteuer mehr erhoben.

Seitens der SPD wird inzwischen wieder teilweise heftig mit der Wiedereinführung geflirtet. Auch Grüne und Linke liebäugeln mit der Steuer. Vor rund einem Jahr hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit der Angabe für Aufruhr gesorgt, eine Vermögenssteuer könne zehn bis 20 Milliarden Euro erwirtschaften. Viele Finanzwissenschaftler und der Wirtschafts-Sachverständigenrat erwarten hingegen negative Auswirkungen für die Gesamtwirtschaft.

Quellen: FAZ, Wirtschaftswoche

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