Verschärfte Mietpreisbremse geplant: Neue Vorteile für Mieter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.09.2018

Die geplante Verschärfung der Mietpreisbremse des Bundeskabinetts würde einige, attraktive Vorteile für Mieter mit sich bringen. Die Änderungen betreffen unter anderem die Umlage von Modernisierungskosten auf Mieter sowie transparentere Informationen über die Vormiete.

Gerade in Ballungsgebieten mit knappem, verfügbarem Wohnraum sind Mieter aktuell oftmals der scheinbaren Willkür von Vermietern ausgesetzt. Hohe Mieten, die durch Sonderregelungen die aktive Mietpreisbremse umgehen können, sowie absichtliche, teure Modernisierungsmaßnahmen sorgen dafür, dass sich nicht jeder Mieter eine geeignete Wohnung leisten kann. Die Regierung plant nun einige Änderungen.

Weniger Modernisierungskosten für Mieter

Ein großes Problem auf dem aktuellen Wohnungsmarkt sind die oftmals umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen durch Vermieter, die beispielsweise dem Werterhalt oder der Wertsteigerung einer Immobilie dienen sollen. Bisher durften ganze elf Prozent der anfallenden Modernisierungskosten auf den Mieter umgelegt werden. Im Zuge der Änderungen, welche die Regierung für die verschärfte Mietpreisbremse plant, soll die maximale Grenze künftig nur noch bei acht Prozent liegen – zumindest in Gebieten, in denen nachweislich der Wohnraum knapp ist. Dadurch soll vermieden werden, dass Vermieter ihre Mieter durch anhaltende Modernisierungsmaßnahmen, deren Kosten in hohem Maße mitgetragen werden mussten, aus der Wohnung vertreiben können. Weiterhin darf die Mieterhöhung pro Quadratmeter nach Modernisierungen künftig nicht mehr als drei Euro betragen.

Vormiete muss dem künftigen Mieter mitgeteilt werden

Außerdem soll die Miete, welche dem vorherigen Mieter durch den Vermieter berechnet wurde, offen dargelegt werden. Das hat einen simplen Grund: Durch die Mietpreisbremse darf schon jetzt die Miete nur maximal zehn Prozent höher liegen als im ortsüblichen Vergleich. Ob diese Prozentzahl jedoch eingehalten wurde, sieht der Mieter beim Vertragsabschluss bislang nicht. So gab es durchaus Ausnahmen, die nicht von der Mietpreisbremse betroffen waren. Beim Erstbezug einer Wohnung, die gerade fertiggestellt wurde, durfte die Miete ohne Konsequenzen deutlich höher liegen. Und auch, wenn die bisher vom Vormieter verlangte Miete diese Grenze aktuell überschreiten würde, darf der Satz bleiben. Unter anderem diese Regelungen werden im Zuge der verschärften Mietpreisbremse zugunsten von Mietern angepasst. Mieter sollen weiterhin das Recht haben, eine so genannte „qualifizierte Rüge“ zu erteilen. Dies ist aber natürlich nur möglich, wenn der Tarif der Vormiete bekannt ist.

Quelle: sueddeutsche.de

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