Versicherung gegen Dürreschäden: Wer zahlt bei Hitzewelle?

Zuletzt aktualisiert am 29.08.2018

Die zweite Dürreperiode seit dem Millennium sorgt in der Agrarbranche für Ernteausfälle in Milliardenhöhe. Während im Jahr 2003 bei der letzten Hitzewelle in Mitteleuropa so genannte „Dürre-Hilfen“ in Form von Subventionen ausgezahlt wurden, steht dieses Jahr die Entscheidung beim Bund noch aus. Für Landwirte ein verheerendes Problem: Die Einbußen von bis zu 70 Prozent der Ernte können derzeit nicht ausgeglichen werden.

Experten schätzen die aktuellen Verluste der Agrarwirtschaft auf rund zwei Milliarden Euro. Die Ernteausfälle begründen sich durch die Hitzewelle, die in Deutschland über mehrere Wochen anhielt und selten unter die 30-Grad-Marke kletterte. Hinzu kommt der fehlende Niederschlag. Nur wenige Landwirte haben sich gegen diese Ernteausfälle bereits abgesichert – in Form einer Dürreversicherung. Diese wird aktuell von nur sehr wenigen Versicherungen angeboten. Dazu gehören etwa die Allianz-Tochter Münchener & Magdeburger Agrar sowie die Vereinigte Hagelversicherung aus Gießen.

Witterungsbedingte Gründe für Ernteausfall verändern sich

Warum sich die meisten Bauen nicht gegen die Ausfälle durch eine Dürre versichert haben, liegt auf der Hand: Bislang galt Hagel als größtes Risiko für einen Ernteverlust, eine zu erwartende Trockenheit stand nicht im Fokus. Rund 72 Prozent aller Ackerflächen deutschlandweit sind derzeit gegen einen Hagelschaden abgesichert. Doch sorgt nicht Hagel, sondern die Gefahr der anhaltenden Trockenheit für die akuten Ausfälle auf den Feldern. Die Risiken verschieben sich, lange, niederschlagsarme Sommer bei hohen Temperaturen werden immer wahrscheinlicher.

Bund soll mit Subventionen aushelfen

Dass es bislang nur sehr wenige Dürreversicherungen gibt, ist das eine Problem – ein anderes die hohe Prämie, die in der Regel gezahlt werden muss. Rund vier bis neun Prozent der Versicherungssumme werden fällig; für Bauern sind das etwa zehn Prozent ihres gesamten Umsatzes. Die hohe Prämie ergibt sich dadurch, dass eine Dürre als „Kumulrisiko“ eingestuft wird. Das bedeutet, dass das Phänomen wiederkehrend und weitläufig auftreten wird. Während lokale Hagelschauer nur bestimmte Regionen treffen, ist die Hitzewelle ein in der Regel flächendeckendes Problem. Versicherungen würden im Schadensfall von Anfragen zur Kostendeckung überhäuft. Daher soll nun der Bund eingreifen: Wie 2003 werden Subventionen seitens der Landwirte gefordert. Nothilfen von einer Milliarde Euro stehen im Raum. Was dazu noch fehlt, ist die Einstufung der Trockenheitsschäden im „nationalen Ausmaß“. Die Entscheidung des Bundes bleibt daher abzuwarten.

Quellen: FAZ, wp.de

Spartipps und News:

Newsletter abonnieren & gratis PDF erhalten

Durch die Nutzung von FinanceScout24 stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.