Versicherungen: Deutsche Haushalte lassen wichtige Aspekte vermissen

Zuletzt aktualisiert am 02.07.2019

Versicherungen sind teuer und oft überflüssig – anscheinend sind viele deutsche Haushalte dieser Meinung. Das statistische Bundesamt und die GDV zeigen jetzt nämlich, dass oft ein deutliches Manko an essentiellen Versicherungen besteht.

Das überrascht, denn die landläufige Meinung besagt oft das Gegenteil. Welche Absicherungen tatsächlich notwendig sind und warum überhaupt eine Lücke besteht, erläuterte nun der Gesamtverband der Deutschen Versicherungsgesellschaften (GDV).

17 Prozent ohne private Haftpflicht

Laut GDV sind aktuell mehr als 436 Millionen Versicherungsverträge in Deutschland aktiv. Rund 90 Prozent der Einnahmen, welche durch die Versicherungsbeiträge bei den Versicherern eingehen, werden von privaten Haushalten gestemmt.

Trotz dieser auf den ersten Blick enormen Zahl fehlt es vielen Bundesbürgern an existenziellen Absicherungen, wie das Statistische Bundesamt in Hinblick auf das Jahr 2018 nun offenlegt. Laut den Ergebnissen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) lassen knapp 17 Prozent der Haushalte eine private Haftpflichtversicherung vermissen, während ganze 24 Prozent keine Hausratversicherung aufweisen.

Noch weniger deutsche Haushalte setzen auf eine Rechtsschutz- oder private Unfallversicherung – erstere fehlt bei 54 Prozent, zweite sogar bei 58 Prozent. Schlusslichter der Versicherungen sind die Berufsunfähigkeitsversicherung (in 74 Prozent der Haushalte nicht vorhanden) sowie die Risikolebensversicherung (fehlt bei 83 Prozent).

Geringes Einkommen als Grund

Natürlich gehören nicht alle genannten Versicherungen zu jenen, die als unbedingt notwendig gelten. Allerdings wird es laut GDV dann kritisch, wenn existenzielle Dinge auf dem Spiel stehen, weil die entsprechende Absicherung fehlt. Eine private Haftpflichtversicherung steht etwa ganz oben auf der Liste der Versicherungen, die in jedem Haushalt vorhanden sein sollte.

Sie fehlt vorwiegend in Haushalten mit niedrigem Einkommen, welche die Beiträge nicht oder nur schwer aufbringen können. Doch das ist nicht der einzige Grund für fehlende Versicherungsabschlüsse. Generell schließen jüngere Menschen seltener Versicherungen ab als ältere – auch fehlen die Absicherungen vorwiegend bei Personen mit einem niedrigen Bildungsabschluss.

Differenzen zeigen sich außerdem zwischen den neuen und alten Bundesländern. Während die Unfallversicherung beispielsweise in neuen Bundesländern oft vertreten ist, scheint sie in Haushalten der alten Bundesländer eher zu fehlen. Mögliche Gründe sind hierfür das Fortbestehen alter DDR-Verträge oder schlicht kulturell bedingte Entwicklungen.

Quelle: t-online.de

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