Bafin gibt Regeln für Kontoeröffnung per Webcam bekannt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.04.2017

Ginge es nach den Vorstellungen einiger Anbieter, könnten Konten und Depots bald gemütlich vom heimischen Sofa aus eröffnet werden. Die Identifizierung via Video steht in den Startlöchern und die Finanzaufsicht Bafin definierte jetzt die Regeln. Ein Rundschreiben legt dar, welche Anforderungen erfüllt werden müssen, damit auch die Rechtssicherheit gewährleistet werden kann.

Von der Finanzaufsicht Bafin wurde jetzt ein Rundschreiben über die Anforderungen zur Videoidentifizierung veröffentlicht. Damit sollen den Anbietern auch die Regeln rund um die Rechtssicherheit des Verfahrens dargelegt werden. Durch die genaue Definition der Rahmenbedingungen könnten Depots oder Konten bald mit Hilfe der Verifizierung per Video durchgeführt werden.

Ende für Papierkrieg und Kriminalität?

Nach Post-Ident jetzt Video-Ident: Das Verfahren könnte so manchen Gang zur Bank überflüssig machen. Soll beispielsweise ein Girokonto eröffnet werden, können sich Kunden per Videotelefonat legitimieren und unnötigen Papierkrieg vermeiden.

Mit wachsender Bedeutung des Verfahrens hat sich nun auch die Bankenaufsicht Bafin mit dem Thema auseinandergesetzt und ein Reglement für Institute mit Videoident definiert. Damit sollen kriminelle Aktivitäten, wie die Eröffnungen von Konten unter falscher Identität sowie die Geldwäsche oder Finanzierung von terroristischen Akten, verhindert werden.

Dass sich Kriminelle immer stärker auf die Überwindung technischer Vorkehrungen zur Sicherheit spezialisieren, geht aus den verschärften Regeln hervor. Die ausführliche Definition der Rahmenbedingungen zur Videoidentifizierung ist ein weiterer Schritt bei der stärkeren Sicherung digitaler Prozesse in Banken durch die Finanzaufsicht. Sie sollen am 15. Juni in Kraft treten und unter anderem psychologische Fragen erlauben, die bei der Erkennung von Kunden helfen, die selbst auf Betrüger hereingefallen sind.

Die Regeln der Finanzaufsicht

Seinen Bankberater einfach per Skype zu kontaktieren, wird auch in Zukunft nicht möglich sein. Unerlässlich ist laut Bafin die Ausführung von vollständig verschlüsselten Videotelefonaten durch regelmäßig geschulte Mitarbeiter in zugangsgesicherten Räumen.

Der Personalausweis muss während des Telefonats anhand verschiedener Sicherheitsmerkmale genauestens geprüft werden. Auch legte die Bafin fest, dass die Dokumente wie auch der Kunde während der Identifikation fotografiert werden müssten.

Die Geldinstitute arbeiten in diesen Themen mit Vorreitern wie den Finanztechnologieunternehmen ID-now oder Web-ID Solutions zusammen. Diese Anbieter zeigten sich zufrieden mit dem veröffentlichten Regelwerk der Finanzaufsicht, das sich mit der eigenen Verfahrensweise decke. Auch das Verbot des Outsourcings in ausländische Unternehmen komme beiden Seiten zugute. Geschäftsführer von Web-ID Solutions Frank Jorga, der unter anderem für die Deutsche Bank arbeitet, sieht in dem Regelwerk eine Sicherung für qualitativ hochwertige Anbieter.

Weitere Meldungen des Tages

  • United Airlines: Nach dem brutalen Rauschmiss eines Passagiers aus einer überbuchten Maschine kämpft das Flugunternehmen mit Negativschlagzeilen. Die Aktie sank zeitweise um mehr als vier Prozent.
  • Daimler: Im ersten Quartal präsentierte der Autobauer überraschend starke Zahlen. Der Betriebsgewinn konnte mit über vier Milliarden (Ebit) fast verdoppelt werden.
  • Kundenschwund: Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts YouGov reicht den Kunden das Fehlen kostenloser Konten, um ihre Bank zu wechseln. Jeder zehnte hat im letzten Jahr die Verbindung gewechselt, 24 Prozent planen dies im nächsten Jahr.

 Quellen: Handelsblatt, FAZ

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