Viele Banken planen Gebührenerhöhung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.06.2017

Deutsche Bankkunden werden in Zukunft wohl noch stärker zur Kasse gebeten. Einer Umfrage zufolge will ein Drittel der Sparkassen und Banken die Preise spätestens bis Ende des Jahres höherschrauben. Die niedrigen Zinsen bringen Geldinstitute zunehmend in die Bredouille und so wird auf der Suche nach neuen Ertragsquellen von Kontoführungs- und Überweisungsgebühren bis zur Zahlung für das bloße Geldabheben wenig unversucht gelassen.

 

In Zeiten von Null- und Niedrigzins scheint es eng zu werden für Banken, die bei der Suche nach neuen Ertragsquellen zunehmend kreativ werden müssen. Kontoführungs- und Überweisungsgebühren, aber auch Gebühren beim Geldabheben werden viele Bankkunden deshalb künftig teurer zu stehen kommen. Spätestens bis Ende des Jahres will ein Drittel aller Sparkassen und Banken einer Umfrage zufolge die Gebühren anheben.

Kostspielige Maßnahmen

Wenn es teuer wird, dann vor allem beim Girokonto. Von den Befragten gaben hier 27 Prozent, und damit mehr als jede vierte Bank, eine Erhöhung an. Fast jede fünfte Bank will bei Überweisungen Gebühren erheben. An der Strategie, die Kunden mit vielfältigen Aufschlägen zur Kasse zu bitten, wird sich so schnell nichts ändern. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle „Bankenbarometer“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernest & Young (EY). Bei der Befragung von 120 deutschen Kreditinstituten gibt fast jedes dritte Institut an, die Aufschläge für Kunden erhöht zu haben oder dies noch vor Ablauf des Jahres zu tun. Dirk Müller-Tronnier leitet das Banken- und Kapitalmarktgeschäft der EY und sieht bei Banken zunehmend die Sorge, ihren Betrieb zu finanzieren. Denn während es früher möglich war, „mit hohen Zinseinnahmen andere Dienstleistungen quer zu subventionieren“, ginge dies „im aktuellen Niedrigzinsumfeld nicht mehr“. Die Erhebung von Gebühren liege so einfach nahe.

Starker Konkurrenzdruck

Die befragten Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbankenbanken machen, EY-Angaben zufolge und an der Bilanzsumme gemessen, 70 bis 80 Prozent des deutschen Bankenmarktes aus. Der Wettbewerb um die Kunden ist hier immens und so birgt die Erhöhung, beispielsweise  von Kontoführungsgebühren, laut Müller-Tronnier das Risiko von Kontokündigungen. Wohl auch wegen dieses Verdrängungswettbewerbes geben 68 Prozent der 120 befragten Institute an, die Gebühren ihrer Privatkunden beim Alten zu belassen. Dennoch beurteilen die Banken ihre Geschäftsaussichten so positiv wie seit 2007 nicht mehr. Starkes Wachstumspotenzial vermuten sie vor allem bei Privatkunden und im Wertpapierhandel. Zudem gaben 45 Prozent der Kreditinstitute an, mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage zu rechnen. Angesichts niedriger Zinsen und Ausgaben zur Digitalisierung sehen sich 74 Prozent der Banken zugleich gezwungen, Kosten einzusparen. Zwei von fünf Banken planen daher innerhalb des nächsten Jahres Stellenstreichungen.

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Quellen: Spiegel, Handelsblatt

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