Volkswagen: Montag der Entscheidungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.02.2017

Für die Zukunft des größten deutschen Konzerns stehen jetzt wichtige Entscheidungen an. An diesem Montag findet ein Treffen zwischen dem Markenchef Herbert Diess und dem Betriebsrat statt, während in Berlin der Untersuchungsausschuss tagt. Großaktionär Ferdinand Piëch ließ hingegen bereits am Wochenende seine Teilnahme absagen. Der einstige Aufsichtsrats- und Konzernchef hat bereits ausgesagt und lehnte aus diesem Grund die Einladung zur Anhörung ab. Beide Treffen könnten die Zukunft des Unternehmens maßgeblich prägen.

Zwei Zusammenkünfte könnten für Volkswagen dieser Tage besondere Bedeutung haben. Zum einen tagt in Berlin der Untersuchungsausschuss, bei dem jedoch ein Big-Player fehlen wird. Der ehemalige Konzernchef Piëch hat seine Teilnahme mit der Begründung, seine Aussage vor der Staatsanwaltschaft enthielte alle Informationen, abgesagt. Zum anderen findet ein Treffen von Betriebsrat und Markenchef Herbert Diess statt. Mit Blick auf die zahlreichen Unstimmigkeiten besteht immenses Konfliktpotenzial in Deutschlands größtem Unternehmen.

Diess steht in der Kritik

Der Vorstandschef der wichtigsten Tochter des Volkswagen-Konzerns stellt sich heute dem Wolfsburger Betriebsausschuss. Die nahezu öffentliche Einladung wird von vielen als eine Art Ultimatum verstanden. Der einzige Punkt, in dem Einigung zu herrschen scheint, ist der Wunsch nach mehr Produktivität bei VW. In der Umsetzung dieses Ziels gibt es bereits jetzt Streit, da mit dem „Zukunftspaket“ dieses Jahr weit weniger Leiharbeiter im Stammwerk übernommen werden.

Diess wird vorgeworfen, diesen Abbau zu Gunsten des Saldos und der Börse zu begünstigen. Der Betriebsrat zeigt sich wütend über den Chef von 120.000 Mitarbeitern und so wurde auch ein Vermittlungsangebot des Personalchefs Blessing zurückgewiesen. Diess selbst erklärt per Rundbrief, dass die Lage der Leiharbeiter zwar zu bedauern, ein andere Handhabung bei der wirtschaftlichen Situation jedoch kaum möglich sei. Heute soll es mit einigen Arbeitnehmervertretern zum Kompromiss kommen. Der Ausgang ist jedoch noch weitestgehend unklar.

Piëch verweigert Aussage

Der Streit mit Diess ist ein weiterer Misston im vom  Dieselskandal bereits angeschlagenen Konzern. Vor einigen Tagen wurde zudem die Sichtweise des Großaktionärs und VW-Patriarchen Piëch öffentlich. Er behauptet, den Aufsichtsrat früh über die Lage unterrichtet zu haben. Betroffene wie der Ministerpräsident Stephan Weil oder Betriebsratschef Osterloh wehren sich gegen die Anschuldigungen. Vor dem jetzt tagenden Untersuchungsausschuss könnte Piëch Stellung beziehen, doch lehnte er eine Einladung im Voraus ab.

Sein Rechtsbeistand teilte mit, dass Piëch auf den Aufklärungswillen der Staatsanwaltschaft vertraue. Das Parlament zeigt sich wütend über die Entwicklung. Der Ausschuss könne den Vorwürfen nicht ordnungsgemäß nachgehen und Piëch stelle seine Glaubwürdigkeit in Frage. Die so verhinderte Klärung wäre jedoch nötig für den Weg Volkswagens aus der Krise.

Quellen: Süddeutsche, Manager-Magazin

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