Vorsicht bei der Null-Prozent-Finanzierung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.12.2017

Passend zum Weihnachtsgeschäft übertrumpfen sich viele Einzelhändler und Online-Shops mit zahlreichen Angeboten und Rabattaktionen. Insbesondere in Möbelhäusern und Elektromärkten können Verbraucher die meist recht teuren Produkte bequem per günstiger Null-Prozent-Finanzierung bezahlen. Dann verteilt sich der Kaufpreis auf kleine Monatsraten, die zwischen zwölf und 72 Monaten lang abbezahlt werden. Doch diese Lockangebote können für Kunden teuer werden.

Im Vergleich zum herkömmlichen Ratenkredit bieten Null-Prozent-Finanzierungen den großen Vorteil, komplett kostenfrei zu sein. Allerdings verleiten die Angebote der Händler dazu, mehr und teurere Produkte zu kaufen, als sich der Verbraucher eigentlich leisten kann. Auch die Langfristigkeit der Ratenzahlungen unterschätzen viele Konsumenten. Im schlimmsten Fall droht so die Überschuldung.

Null-Prozent-Finanzierung kann sich lohnen

Ganz grundsätzlich ist von einer Null-Prozent-Finanzierung aber nicht abzuraten. „Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn man gerade einen finanziellen Engpass hat, aber ein bestimmtes Gerät wie eine neue Waschmaschine dringend braucht“, meint Stephanie Heise, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Allerdings dürften nur die wenigsten Kunden im Weihnachtsgeschäft Produkte wie TV, Smartphone oder Tablet wirklich dringend benötigen. Wahrscheinlicher ist, dass die Einkäufe als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum landen.

Bequem und einfach gehen Kunden dann auf die Angebote der Händler für die kostenfreie Finanzierung ein. Die Voraussetzungen für die Bewilligung der Ratenzahlung sind deutlich geringer, als das beispielsweise bei der Aufnahme eines Ratenkredits der Fall ist. Sofern die Schufa keine Negativeinträge aufweist und der Verbraucher ein laufendes Einkommen nachweisen kann, wird der Finanzierung stattgegeben. Stephanie Heise warnt allerdings vor einem allzu lockeren Umgang mit dem Abschluss von Finanzierungen: „Gerade bei kleineren Raten besteht die Gefahr, dass man sie unterschätzt.“

Raten müssen über Jahre bezahlt werden

Die Null-Prozent-Finanzierung lohnt sich nur dann, wenn Kunden die Raten über den kompletten Zeitraum der Laufzeit hinweg zahlen können. Wer beispielsweise aktuell in einem befristeten Arbeitsverhältnis angestellt ist und den neuen Fernseher über die kommenden vier Jahre finanziert, begeht einen unter Umständen folgenschweren Fehler. Denn nach dem Ablauf des Arbeitsverhältnisses müssen die Kreditraten weiterbezahlt werden. Findet der Kreditnehmer keine neue Arbeitsstelle, sind selbst kleine Ratenzahlung eine immense Belastung für das Haushaltsbudget.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Bild.de

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