Vorsorge mit Riester ist zu teuer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.01.2018

Eigentlich soll die Riester-Rente die Lücke der gesetzlichen Rentenkasse stopfen. Doch immer wieder gibt es scharfe Kritik an den Verträgen. Besonders die hohen Kosten werden von Verbraucherschützern bemängelt, sie fordern deshalb neue Wege in der privaten Altersvorsorge. So kann sich beispielsweise die private Vorsorge mit Aktien und Fonds, aber ohne Riester durchaus lohnen.

Eigentlich ist das Jahr 2018 ein Grund zur Freude für alle Riester-Sparer. Denn die Bundesregierung erhöht die Zulage von 154 auf 175 Euro. Doch die meisten Sparer freuen sich zu früh – unterm Strich bringt die Erhöhung nämlich nichts. So hat es der vzbv jetzt in einer Untersuchung von Riester-Verträgen festgestellt. Schuld an den geringen Renditen der Produkte seien die immens hohen Kosten, die teilweise beim Fünffachen des Referenzwerts der Bundesregierung lägen.

Hohe Kosten mindern Rendite

Experten des vzbv haben in einer aktuellen Untersuchung insgesamt 18 verschiedene Riester-Produkte miteinander verglichen. Darunter waren sowohl klassische Rentenversicherungen als auch fondsgebundene Modelle mit Laufzeiten zwischen 20 und 40 Jahren. Zudem wurden für den Vergleich Referenzwerte für die Rendite und Kosten errechnet. Diese gehen aus dem Alterssicherungsbericht der Bundesregierung hervor. So kalkuliert die Regierung mit einer Verzinsung der eingezahlten Beiträge und der staatlichen Zulagen von rund vier Prozent pro Jahr. Die Kosten lägen hingegen bei etwa zehn Prozent der eingezahlten Summe.

Das Ergebnis des Vergleichs: Die effektiven Kosten lagen in den meisten der 18 Fälle deutlich über den Referenzwerten der Bundesregierung. „Im Extremfall sind die Kosten um das Fünffache höher“, so die Verbraucherschützer. Nur zwei der 18 Angebote waren günstiger als die Referenzwerte.

Private Vorsorge unabhängig von Riester

Im Klartext heißt das für Verbraucher: Altersvorsorge über Riester-Produkte lohnt sich aufgrund der hohen Kosten nur bedingt. Deutlich sinnvoller ist es häufig, wenn komplett unabhängig vom Staat vorgesorgt wird.

Wer beispielsweise ein breit aufgestelltes Aktiendepot und ETF-Sparpläne nutzt, erzielt auf lange Sicht recht konstante Renditen. So liegt die durchschnittliche Wertsteigerung des deutschen Aktienindex (DAX) bei sechs bis acht Prozent – aller Finanzkrisen und Schwankungen zum Trotz. Wer einige Jahre vor dem Eintritt ins Rentenalter damit beginnt, das angesparte Kapital langsam aus Aktien und ETFs in Anleihen umzuschichten, kann sich am Ende über viel Rendite bei geringen Kosten freuen.

Quellen: Boerse.de, Handelsblatt

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