Vorsorgeatlas: Gesetzliche Rente reicht für die Jungen nicht aus

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.10.2017

Heute jung, später arm – wer jünger als 35 Jahre ist, muss stärker privat vorsorgen. Zu diesem Schluss kommt die Union Investment in ihrem Vorsorgeatlas Deutschland. Der Fondsgesellschaft zufolge können heute junge Menschen im Alter nicht von ihrer gesetzlichen Rente leben. Die 20- bis 34-Jährigen, die am stärksten durch vergangene Rentenreformen betroffen sind, benötigen laut der Studienautoren rund 800 Euro mehr im Monat. Die 50- bis 65-Jährigen müssen sich hingegen weniger sorgen.

In ihrem Vorsorgeatlas Deutschland kommt die Union Investment zu einer wenig hoffnungsvollen Rentenaussicht für junge Deutsche. Sind diese heute unter 35 Jahre alt, so müssten sie sich stärker auf private Vorsorgeoptionen stützen. Denn die gesetzliche Rente würde ihnen im Alter nicht mehr reichen, schlussfolgert die Fondsgesellschaft. Im Gegensatz zu den 50- bis 65-Jährigen sind die 20- bis 34-Jährigen stark von vergangenen Rentenreformen betroffen. Ihnen werden den Studienautoren zufolge rund 800 Euro fehlen – pro Monat.

Schlechte Aussichten für Mittzwanziger

Um im Alter den Lebensstandard zu sichern, sind etwa 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens nötig. Zu diesem Schluss kommen die Autoren der Studie vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg. Wer heute 35 bis 49 Jahre alt sei, könne mit 43,2 Prozent und somit 1.048 Euro monatlich rechnen. Deutlich Ältere stünden mit 64,2 Prozent und 1.184 Euro besser dar. Düstere Aussichten erwarten laut Prognose die jungen Deutschen. Ohne Zusatzvorsorge kämen diese auf 981 Euro und damit 38,6 Prozent.

Erst unter Hinzunahme betrieblicher Altersvorsorge und Riester-Rente könne die drohende Rentenlücke geschlossen werden. Studienleiter Bernd Raffelhüschen rief zu mehr privaten Vorsorgekonzepte auf: "Die gesetzliche Rente bleibt über das Jahr 2030 die tragende Säule der Altersvorsorge. Aber erst die private Vorsorge sichert den Lebensstandard". Raffelhüschen bezeichnet die Entwicklung als „Gnade der frühen Geburt“, bei der die Generation der Kinderreichen bevorzugt seien, da sie reichlich Beitragszahler geboren haben.

Regionale und einkommensbedingte Unterschiede

Wenn es um die Privatvorsorge geht, herrschen hierzulande regionale Unterschiede. Menschen in Ostdeutschland hätten aufgrund des niedrigeren Arbeitseinkommens weniger Möglichkeiten zur privaten Vorsorge. Hinzu kommt, dass der Anteil am letzten Bruttoeinkommen allein keine aussagekräftige Basis bildet. Ein Geringverdiener käme mit seinem Einkommen von unter 1.100 Euro im Alter zwar auf 70 Prozent seines Gehaltes, mit 679 Euro Rente dann allerdings auch unter der Armutsgrenze. Matthias Birkwald, Rentenexperte der Linksfraktion, sieht die Lösung nicht in der Wahl zusätzlicher Anlageprodukte, sondern in einer Verbesserung der gesetzlichen Rente „nach österreichischem Vorbild und ein Rentenniveau von 53 Prozent“. Alles andere bezeichnete er als „Augenwischerei und Lobbyarbeit für die Versicherungswirtschaft".

Quellen: Zeit, Handelsblatt

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