Vorteile von Niedrigzinsen?

Zuletzt aktualisiert am 27.08.2019

Alle meckern über niedrige Zinsen auf Sparguthaben – doch sind ihre Effekte wirklich nur negativ? Dass beispielsweise Steuerzahlungen entfallen, haben viele Sparer nicht auf dem Schirm.

Da außerdem längst nicht alle Deutschen Sparer sind, kann vielen das Zinsniveau recht egal sein. Viel wichtiger erscheint ein stabiler Arbeitsmarkt – und dieser konnte unter anderem durch die EZB-Geldpolitik geschaffen werden, die bislang eine breite Rezession verhinderte und das Niveau des Euro stabil hielt.

Entlastung auf Steuerseite

Sparer können nur dann von ihrem Vermögen auf Fest- oder Tagesgeld profitieren, wenn die Zinsen hoch sind. Doch bewegen sich die Zinsen schon länger auf einem Niveau, das gegen Null tendiert. Trotzdem sind Vorteile vorhanden, die in Verbindung mit der niedrigen Rendite auf Sparkonten stehen und die viele Betroffene nicht gleich im Blick haben.

Beispielsweise gibt es eine Entlastung für den Steuerzahler: Durch den Wegfall der hohen Zinsausgaben konnten die Sozialausgaben des Staates erhöht werden. Der Effekt ist spürbar, so wird aktuell beispielsweise über die Abschaffung des Soli debattiert. Ohne Niedrigzinsen wären rund 45 Milliarden mehr Zinsausgaben entstanden. Ein Wegfall des Soli für den Steuerzahler wäre in diesem Szenario wahrscheinlich undenkbar.

Arbeitsmarkt und Kredite

In Deutschland spielt ein sicherer Arbeitsmarkt außerdem eine größere Rolle als die Erträge auf Sparkonten. Warum? Die meisten Menschen sind erwerbstätig, bei Weitem aber nicht alle Sparer. Rund 40 Prozent der Deutschen verfügen sogar über kein nennenswertes Vermögen – und hätten somit auch nichts von höheren Zinsen.

Unter anderem durch die Geldpolitik der EZB (Europäische Zentralbank) konnten aber neue Jobs geschaffen und eine Rezession durch billiges Geld verhindert werden. Auch sind die Löhne und die Rente angestiegen, ebenso die Werte von Aktien. Auf der Seite der Ausgaben gehen die guten Nachrichten weiter – denn niedrige Zinsen gelten nicht nur für Sparkonten, sondern auch für Kredite.

So sind Kredite mit weniger als einem Prozent Zinsaufschlag längst nicht mehr unüblich. Wer sich aktuell für die Anschaffung einer Immobilie interessiert, muss aufgrund der ansteigenden Immobilienpreise je nach Wohnort tief in die Tasche greifen. Da kommt ein niedriger Zinssatz auf dem benötigten Darlehen gerade recht.

Quelle: zeit.de

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