Trotz Skandal: VW-Aktie bei Privatanlegern beliebt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.10.2015

Im Zuge des Abgas-Skandals musste die VW-Aktie kräftige Kurseinbrüche hinnehmen. Bei Privatanlegern jedoch sind die günstigen Wertpapiere des Autoherstellers jetzt umso beliebter, wie eine Umfrage zeigt. Anlageberater halten diese Strategie für riskant.

Trotz des Abgas-Skandals scheint das Vertrauen der Deutschen in VW ungebrochen. Zumindest die VW-Aktie genießt bei Privatanlegern unveränderte Beliebtheit, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Auch während des starken Kursrutsches, den die Aktie kürzlich erlebte, waren die Wertpapiere von VW bei Privatkunden begehrt. Experten warnen jedoch davor, nur aufgrund des starken Preisverfalls jetzt in VW-Aktien zu investieren.

Privatanleger wollen niedrigen Preis der VW-Aktie nutzen

Weltweit musste Volkswagen in den vergangenen Wochen Kritik für seine manipulierten Abgastests einstecken. Nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals Mitte September gingen auch Investoren auf Distanz: Im Dax verlor die VW-Aktie mehr als 40 Prozent, das bedeutete den zweitgrößten Börsenabsturz in der Geschichte des Wolfsburger Konzerns. Viele Privatanleger ließen sich dadurch jedoch nicht abschrecken. Im Gegenteil ließ der starke Preissturz die Aktie für sie erst recht attraktiv erscheinen, wie Finanzexperten in einer Umfrage dem „Handelsblatt“ bestätigten. Bei einigen Finanzdienstleistern war demnach das Interesse der privaten Kunden an den Wertpapieren des größten europäischen Autoherstellers sogar noch höher als vor dem Skandal.

Abgas-Skandal: Finanzexperten warnen vor übereiltem Aktienkauf

Ihren vorläufigen Tiefststand erreichte die VW-Aktie am Montag. Seitdem hat sich ihr Kurs in den vergangenen Tagen leicht erholt, was auch für Privatanleger leichte Gewinne mit sich gebracht hat. Anlageberater halten die Situation der VW-Aktie jedoch nach wie vor für sehr unsicher und raten ihren Kunden daher laut „Handelsblatt“ nicht unbedingt zu einer Investition in die Wertpapiere des angeschlagenen Konzerns. Jetzt in VW-Aktien zu investieren und nur darauf zu warten, dass der Kurs der Aktie nach überstandenem Skandal wieder steil nach oben schießt – diese einfache Rechnung gehe voraussichtlich nicht auf. Strafzahlungen, Schadensersatz und Rückrufaktionen stünden noch aus, sodass eine Prognose zur Wertentwicklung der Aktie in der kommenden Zeit nicht sicher zu stellen sei.

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