VW-Skandal belastet Aktien anderer Autohersteller

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.09.2015

Der VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte macht sich auch an der Börse bemerkbar: Die VW-Aktie ist um mehr als 20 Prozent gefallen und auch andere Autohersteller spüren Konsequenzen. Auf den Dax haben die Einbrüche ebenfalls Auswirkungen.

Mit dem VW-Skandal droht dem deutschen Autohersteller ein erheblicher Imageschaden. Seit am Wochenende bekannt wurde, dass das Unternehmen mithilfe einer Software bei Abgastests in den USA die Testergebnisse von Dieselautos geschönt hat, ist die VW-Aktie um mehr als 20 Prozent eingebrochen und unter 126 Euro gefallen. In der ersten Jahreshälfte lag der Wert zeitweise bei über 200 Euro. Wie die „Welt“ berichtet, wurde mittlerweile der Verkauf von Autos, die vom Abgas-Skandal betroffen sind, gestoppt. Das gilt auch für einige Modelle der VW-Tochtergesellschaft Audi. In Deutschland werden jetzt ebenfalls mögliche Verstöße geprüft.

Einbußen auch bei anderen Autoherstellern

Auch die Aktien anderer Autohersteller haben gelitten, weil unsicher ist, welche Ausmaße der VW-Skandal noch annehmen wird. So verloren die Aktien von Daimler und BMW zwischen vier und sechs Prozent, die des Reifenherstellers Continental circa vier Prozent. Andererseits hat Daimler den Konkurrenten VW nun überholt: Dieser ist an der Börse aufgrund des Skandals mittlerweile nur mehr rund 60 Milliarden Euro wert, Daimler liegt bei 74 Milliarden. Auch BMW ist mit einem Wert von 54 Milliarden nun näher an den Konkurrenten gerückt. Auch der Dax leidet unter den Einbrüchen, die mehrere deutsche Autohersteller betreffen, und fällt weit unter die Marke von 10.000 Punkten.

VW-Skandal bedeutet fast historisches Tief

Der aktuelle VW-Skandal hat bisher den zweitgrößten Börsenabsturz in der Geschichte des Konzerns hervorgerufen: Nur 2008, als Porsche eine Übernahme versuchte, fiel die Aktie stärker. Vom Analysehaus Kepler Equities wurde die VW-Aktie am Montag von „Kaufen“ auf „Neutral“ herabgestuft. Dem Autohersteller drohen nun wegen des Verstoßes gegen das Klimaschutzgesetz Clean Air Act bis zu 18 Milliarden Dollar Strafe in den USA.

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