Wann der Vermieter die Miete erhöhen darf

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.01.2018

Eigentlich sollte die Mietpreisbremse den steigenden Mieten den Garaus machen. Doch es gibt zahlreiche Schlupflöcher für Vermieter – beispielsweise, wenn renoviert oder modernisiert wird. Schließlich steigt dann auch der Nutzen für den Mieter. Doch nicht immer ist eine Mieterhöhung wirklich rechtens, zumal auch die Höhe der Steigerung nach Modernisierungsarbeiten gesetzlich geregelt ist.

Neue Fenster, eine neue Fassade oder sogar eine neue Heizung: Wenn der Vermieter die eigene Wohnung modernisiert, ist das erstmal ein Grund zur Freude. Doch die hält oft nur so lange an, bis die Modernisierung abgeschlossen ist. Denn nicht selten trifft dann eine saftige Mieterhöhung bei den Mietern ein. Doch hierüber muss der Vermieter rechtzeitig informieren.

Reparatur oder Modernisierung?

Ist das Fenster in der Wohnung kaputt und wird ersetzt, so stellt der Austausch laut dem Gesetzgeber eine Reparatur dar. Diese ist in jedem Fall vom Vermieter zu tragen und darf ausdrücklich nicht auf den Mieter abgewälzt werden. Setzt der Vermieter dabei aber beispielsweise ein dreifach verglastes Fenster statt des vorher nur einfach verglasten ein, spricht das Gesetz von einer Modernisierung. Dann ist der Vermieter wiederum dazu berechtigt, einen Teil der Kosten auf den Mieter zu übertragen.

„Das sind Energiesparmaßnahmen, [wenn] also der Mieter weniger Mietkosten hat. Wenn seine Mietsache verbessert wird […]. Und dasselbe gilt, wenn nicht die Mietsache selbst verbessert wird, sondern das Umfeld der Mietsache, zum Beispiel wenn ein Spielplatz eingebaut wird oder ein neuer Aufzug“, weiß der Düsseldorfer Rechtsanwalt Marco Rath. Solche Modernisierungen muss der Vermieter jedoch mindestens drei Monate im Voraus schriftlich ankündigen. Ist die Frist gewahrt, dürfen dann elf Prozent der Gesamtkosten auf den Mieter umgelegt werden.

Miete steigt nach Modernisierung

Investiert der Vermieter beispielsweise 10.000 Euro, darf er davon 1.100 Euro auf die Jahresmiete umlegen. Pro Monat ergibt sich in diesem Beispiel also eine Mieterhöhung von nicht ganz 100 Euro. Verbieten kann der Mieter diese Modernisierung und die damit verbundene Mietsteigerung nicht – aber er hat immerhin ein Sonderkündigungsrecht.

Quelle: Deutschlandradio

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