Wann eine Mietminderung vom Mieter durchgesetzt werden kann

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.05.2018

Übermäßiger Lärm, Hitze oder gar Kakerlaken in der Wohnung – teilweise leiden Mieter in ihren Wohnungen unter wenig zumutbaren Umständen. Dabei wissen viele Mieter nicht um ihre Rechte in solchen Fällen. Je nach Sachlage kann es durchaus Grund für eine Mietminderung geben, die ausdrücklich auch vom Mieter durchgesetzt werden kann.

Der Bundesgerichtshof (BGH) und verschiedene Oberlandesgerichte haben bereits Grundsatzurteile zum Thema Mietminderung gefällt. Auch zu speziellen Einzelfällen wie etwa Baustellenlärm, Mäusen in der Wohnung oder einer falschen Berechnung der Wohnfläche gibt es konkrete Urteile. So können Mieter die Miete beispielsweise bei übermäßigem Baustellenlärm um bis zu 20 Prozent senken – auch wenn dieser nicht durch den Vermieter selbst verursacht wird.

Hitze, Lärm und Ungeziefer sorgen für Mietminderungen

Im Sommer gilt für Mieter die Faustregel: Es muss drinnen sechs Grad kälter sein als draußen. Der Vermieter muss die bautechnischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Räume zumindest abgedunkelt werden können. Etwas konkreter sind Mietminderungen möglich, wenn sich Ungeziefer in der Wohnung befindet. Tauchen beispielsweise regelmäßig Kakerlaken in der Wohnung auf, kann der Mieter seine monatliche Zahlung kürzen. Laut dem Amtsgericht Bonn bringen 60 Mäuse in zehn Monaten eine Mietminderung von 10 Prozent. Bei wenigen Ameisen besteht jedoch laut dem Amtsgericht Köln kein Recht auf Mietminderung.

Auch beim Lärm gibt es Unterschiede zwischen den Lärmarten: Laut dem BGH ist Kinderlärm zu akzeptieren, Baulärm in der Umgebung kann jedoch nach einem Urteil des Landesgerichts Hamburg zur Mietminderung führen. Weitere Gründe sind häufiges Gebell, fehlende Trittschalldämmungen in Wohnungen oder quietschende Garagentore. Bis zu 20 Prozent weniger Miete können Mieter aus diesen Gründen an ihren Vermieter überweisen.

Quadratmeter Wohnfläche genau berechnen

Genau hinschauen sollten Mieter bei ihrer Wohnfläche. Stehen im Mietvertrag mehr Quadratmeter als angenommen, so darf die Miete laut dem BGH prozentual gekürzt werden. Allerdings muss der Vermieter überhaupt erst um zehn Prozent geschummelt haben, damit eine Mietminderung aufgrund einer Fehlberechnung bei der Wohnfläche gültig ist.

Sofern Mieter einen der genannten Mängel feststellen, sollten sie ihren Vermieter direkt kontaktieren und den Mangel an sich dokumentieren. Wichtig ist auch, dass die Mietminderung nicht rückwirkend geltend gemacht werden kann, sondern erst ab dem Zeitpunkt der Meldung.

Quelle: Süddeutsche

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