Waymo will Entwicklung bei Ubers Robotorautos stoppen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.03.2017

Der Streit zwischen der früheren Google-Tochter Waymo und dem Fahrdienstleistungsanbieter Uber verschärft sich. Die Entwicklerfirma der Google-Cars wirft dem Konkurrenten Patentmissbrauch und den Diebstahl von Daten zur Entwicklung ihrer Technologien vor. Waymo strebt nun zusätzlich eine einstweilige Verfügung an, die Ubers Forschung für selbstfahrende Autos stilllegen soll.

Die Google-Schwester Waymo will Ubers Entwicklung von selbstfahrenden Autos stoppen lassen. Damit geht der Streit um den Datendiebstahl und Patentmissbrauch in die nächste Runde. Die Entwickler der bekannten Google-Cars hatten Uber den Einsatz von bei ihnen gestohlenen Technologien vorgeworfen. Mit der jetzt angestrebten einstweiligen Verfügung verschärft Waymo den Ton, durch ein mögliches Verbot der weiteren Entwicklung.

Die Vorwürfe im Streit um Vorherrschaft

Der Vorwurf Waymos lautet auf Datendiebstahl und Patentmissbrauch. Angeblich hatte Anthony Lewandowski, eine wichtige Figur bei den selbstfahrenden Google-Autos, bei seinem Weggang große Datenmengen entwendet und diese in seinem daraufhin gegründete Start-Up Otto genutzt. Uber übernahm das Unternehmen zur unglaublichen Summe von 680 Millionen US-Dollar und konnte bald darauf erste Testfahrten mit einem eigenen autonomen Auto beginnen. Die Holdinggesellschaft Alphabet, der Google und Waymo angehören, klagte im Februar gegen Uber und Otto-Gründer Levandoswki, Ubers heutigen Robotorwagen-Chef. 

Gefordert wird jetzt vorerst ein faktisches Ende für Ubers Entwicklung von autonom fahrenden Autos. Bis zur Klärung der Vorwürfe sollen keine weiteren Testfahrten durchgeführt werden, was das Unternehmen im Kampf um die Vorherrschaft auf dem Markt für selbstfahrende Autos um Jahre zurückwerfen könnte. Während das Unternehmen auf eine starke Beweislage verweist, wies Uber die Vorwürfe als haltlos zurück.

Drückende Beweislast für Uber

Mit den eidesstaatlichen Erklärungen von Mitarbeitern und Experten liegen erdrückende Beweise gegen Uber vor, die zuletzt auch die Forschung an fliegenden Autos verstärkten. Ein Fachmann bestätigte beispielsweise den Download von tausenden vertraulichen Dateien durch Levandoswki. Entdeckt hatte Waymo den angeblichen Diebstahl durch die Mail eines Zulieferers. Diese war ursprünglich nur für Uber gedacht und enthielt Zeichnungen, die von Waymo entwickelten Technologien sehr ähnlich sahen. 

Im Zentrum der Anschuldigung steht ein Laser-Radar, das die Umgebung abtastet und Schlüsselelement der Wagen ist. Sollte Waymo nach vielen Berufungen einen langwierigen Prozess gegen Uber gewinnen, so würde die zu zahlende Summe der Ansprüche laut Branchenexperten astronomisch sein. Wenn Uber um den Besitz der entsprechenden Informationen bei Otto gewusst hat, könnte auch die weitere Suche nach Investoren schwer werden. Trotz seiner Marktführerschaft arbeitet Uber verlustreich und muss auf Zahlungen aus den Kapitalmärkten hoffen.

Quellen: Handelsblatt, Welt

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