Weihnachtsgeld auf P-Konto rechtzeitig schützen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.12.2016

Für von einer Kontopfändung Betroffene ist die Weihnachtszeit aufgrund des knappen Budgets häufig schwierig. Selbst wenn der Arbeitgeber ein Weihnachtsgeld zahlt, wird dieses im Regelfall sofort gepfändet – auch bei einem Pfändungsschutzkonto. Auf Antrag können Schuldner jedoch bis zu 500 Euro behalten.

Dank Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber freuen sich jetzt zum Jahresende zahlreiche Verbraucher über ein kleines Zusatzbudget auf dem Girokonto. Bei denjenigen, die von einer Kontopfändung betroffen sind, währt die Freude allerdings oft nur kurz. Denn hier heißt es in vielen Fällen: „Wie gewonnen, so zerronnen“. Schuldner können allerdings zumindest einen Teil des Weihnachtsgelds vor der Pfändung schützen, dafür müssen sie aber von sich aus aktiv werden. Allein ein Pfändungsschutzkonto (kurz P-Konto) zu führen, reicht nicht aus, um das Weihnachtsgeld nicht an Gläubiger zu verlieren.

Weihnachtsgeld auf Pfändungsschutzkonto nicht automatisch geschützt

Auch wenn bei einem Pfändungsschutzkonto unpfändbare Beträge im Normalfall automatisch geschützt sind, ist bei der Zahlung von Weihnachtsgeld oft schnelles Handeln gefragt. Denn der pfändungsgeschützte Sockelbetrag zuzüglich bereits bescheinigter Freibeträge reicht in den meisten Fällen nicht aus, um den unpfändbaren Anteil des Weihnachtsgelds von maximal 500 Euro zu sichern, wie die Verbraucherzentrale in einer aktuellen Meldung anmerkt. Daher empfehlen die Verbraucherschützer Betroffenen, möglichst frühzeitig beim zuständigen Vollstreckungsgericht oder bei öffentlichen Gläubigern der Vollstreckungsstelle einen Antrag auf zusätzliche Freigabe für das Weihnachtsgeld zu stellen. Eine rückwirkende Erstattung ist kaum möglich. Wurde das Geld bereits vom Pfändungskonto an einen Gläubiger überwiesen, lässt es sich in den meisten Fällen nicht zurückholen.

Kein Schutz für Weihnachtsgeld durch Arbeitgeberbescheinigung

Anders als bei anderen pfändungsgeschützten Einnahmen, beispielsweise Kindergeld oder Unterhaltszahlungen, lässt sich das Weihnachtsgeld nicht durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers schützen. Unabhängig von der Höhe der gezahlten Gratifikation bleiben Betroffenen bei einem entsprechenden Antrag maximal 500 Euro davon auf ihrem Pfändungsschutzkonto. Die entsprechende gesetzliche Regelung ist in § 850 a, Absatz 4 der Zivilprozessordnung festgehalten. Demnach sind „Weihnachtsvergütungen bis zum Betrag der Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens, höchstens aber bis zum Betrag von 500 Euro“ unpfändbar. 

Quelle: Verbraucherzentrale

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