Weltspartag: Macht er bei Niedrigzinsen noch Sinn?

Zuletzt aktualisiert am 31.10.2019

Sparen ohne Gewinn: So sieht die Geldeinlage Sparbuch angesichts der niedrigen Zinsen heute aus. Doch wenn der Fokus des Weltspartags von der Vermögensbildung auf das reine Geldsammeln verlagert wird, hat er durchaus nach wie vor seine Daseinsberechtigung.

Was viele Sparer nicht sehen, ist außerdem, dass selbst in Zeiten hoher Prozentzahlungen auf Sparkonten ein unterm Strich negatives Ergebnis erzielt wurde. Das lag beispielsweise in den 1970er Jahren an der hohen Inflationsrate.

Zinsen bei der Geldanlage

Das Sparbuch in verschiedenen Formen war und ist auch heute noch für viele Anleger die Anlagevariante Nummer 1 – und das, obwohl die Zinsen im Sommer 2019 bei vielen Sparanlagen ein neues Tief erreichten. Zwischen 0,12 Prozent und 0,15 Prozent Plus auf Geldanlagen wie Festgeld sorgen dafür, dass der berühmte und früher so beliebte Weltspartag derzeit wohl eher belächelt wird. Früher lockten hohe Zinsen.

Im Jahr 1986 war mit zwei Prozent Zinsen der Spitzenwert erreicht – danach ging es für traditionelle Sparer eher bergab. Ein Ende der Negativzinsen ist nicht in Sicht; daher sollten Anleger, so empfehlen Experten, umdenken. Das bedeutet aber nicht unbedingt, auf andere Sparmethoden zu setzen. So müsse die Kernbotschaft des Weltspartags lediglich anders verstanden werden.

Weltspartag diente nie Vermögensaufbau

Früher boomte der Weltspartag, die Sparbücher versprachen zwei bis fünf Prozent Zinsen und mehr – vor allem in den 1970er Jahren erschienen sie als sinnvolle Geldanlage. Trotzdem mag das Sparbuch auch damals nicht immer die klügste Variante gewesen sein. Durch die Inflation wurde das angesparte Guthaben ebenfalls „aufgefressen“; teilweise sogar deutlich stärker als heute.

So gab es in den 1990ern mitunter knapp drei Prozent Zinsen, aber eine Inflationsrate von fünf Prozent und mehr. Der Weltspartag sollte daher als Option gesehen werden, gewisses Geld beisammen zu halten und für eine bestimmte Anschaffung zu sparen. Es geht also nicht um den Aufbau eines Vermögens, sondern um eine mögliche Reserve in Krisenzeiten. Oder eben um das klassische „Geldsammeln“, bis sich der Sparer einen lang gehegten Wunsch erfüllen kann. Daher hat der Weltspartag auch heute noch seinen Sinn.

Quelle: faz.net

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