Weltweit Geschlechterunterschiede beim Finanzwissen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.11.2016

Wenn es ums Geld geht, ticken Männer und Frauen offenbar unterschiedlich. Und damit ist in diesem Fall nicht das Klischee von der dauershoppenden Frau gemeint. Tatsächlich existieren Geschlechterunterschiede beim Finanzwissen. Und diese wirken sich nachhaltig auf das Anlageverhalten aus.

In den meisten Ländern der Welt ist das Finanzwissen von Frauen geringer als das von Männern. Das belegt eine aktuelle Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Befragten mussten unter anderem erklären, wie sich eine fest verzinste Spareinlage wie Festgeld im Laufe der Zeit entwickelt und wie viel Rendite real abwirft, wenn die Inflation berücksichtigt wird. Zudem wurde nach einer allgemeinen Einschätzung gefragt, welches die sicherere Geldanlage sei: Eine einzelne Aktie ins Depot zu legen, oder stattdessen lieber einen Anteil an einem Aktienfonds zu erstehen, der verschiedene Wertpapiere erhält.

Weltweit homogene Geschlechterunterschiede beim Finanzwissen

Das Ergebnis fällt recht eindeutig aus: „In 134 von 145 Ländern wissen Frauen im Durchschnitt weniger als Männer über Finanzen“, erklärt die Studienautorin Antonia Grohmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIW. Zwischen den Ländern gibt es allerdings deutliche Unterschiede. In Deutschland schneiden Frauen vor allem bei komplexeren Finanzfragen schlechter ab. In den USA hingegen gibt es Geschlechterunterschiede schon bei simplen Fragestellungen.

Diese Geschlechterunterschiede schlagen sich auch im Anlageverhalten von Männern und Frauen nieder, wie Wirtschaftswissenschaftlerin Grohmann feststellte: „Das geringere Wissen über Finanzdinge bei vielen Frauen führt auch zu einem weniger anspruchsvollem Geldanlageverhalten.“ Ihr geringeres Finanzwissen verleitet Frauen nämlich keinesfalls zu riskanten Investments. Ganz im Gegenteil: Offenbar ist vielen durchaus bewusst, dass ihr Finanzwissen nicht allzu umfangreich ist. Daher setzen Sie bevorzugt auf einfache, als sicher geltende Anlageformen und gehen wenig Risiken ein.

Höheres Finanzwissen sorgt für größeres Vermögen

Das Vorgehen ist durchaus nachvollziehbar – schließlich schützen sie sich so auch vor möglichen Verlusten. Gleichzeitig sorgt dieses Verhalten allerdings auch für spürbare Geschlechterunterschiede bei der Rendite – Frauen lassen durch ihr vorsichtiges Anlageverhalten nämlich Ertragschancen verstreichen. Mit größerem Finanzwissen hingegen würden auch komplexere Finanzprodukte genutzt und zudem mehr Vorsorge betrieben. Insgesamt würden Menschen mit höherem Wissensstand in Finanzdingen ihr Geld besser anlegen und seien daher in der Regel wohlhabender, so das DIW mit Bezug auf diverse internationale Studien.

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

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