Weniger Geld aus Pensionskassen

Zuletzt aktualisiert am 10.12.2019

Wer auf die betriebliche Altersvorsorge setzt, könnte jetzt von Beitragskürzungen betroffen sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Jedoch gleichen die meisten Arbeitgeber die Lücke wieder aus.

Wenn der ehemalige Arbeitgeber nicht mehr existiert oder der Anleger selbstständig war, ist jedoch kein Ausgleich möglich. Trotzdem besteht laut Bafin noch kein Grund zur Panik, da die Kürzungen vergleichsweise gering ausfallen.

Nicht alle Pensionskassen können Zahlungen leisten

Der Vermögenserhalt im Alter ist in Zeiten von Niedrigzinsen schwierig. Auch die betriebliche Altersvorsorge ist teilweise betroffen. Sie eröffnet fünf verschiedene Varianten – Pensionskassen sind eine davon. Diese unterteilen sich noch einmal in Aktiengesellschaften und Vereine. Letztere sind aktuell Teil einer Warnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht: Anscheinend werden die Zahlungen der Pensionskassen, die sich als Verein organisieren, immer mehr gekürzt.

Der Grund: Pensionskassen erzielen am Kapitalmarkt nicht länger die Erträge, die Anlegern vertraglich zustehen. Denn die Niedrigzinsphase macht auch einst sehr vorsichtig gemachte Auszahlungsversprechen schwierig. Wenn die erhofften Erträge ausbleiben, gibt es für die betroffenen Pensionskassen nur zwei Optionen: Sie kürzen die Zahlungen oder hoffen auf Nachschub durch Arbeitgeber, die bei ihnen Mitglied sind. Ungefähr bei einem Drittel der Kassen erfolgte diese zusätzliche Zahlung bereits.

Ausgleichszahlung durch viele Arbeitgeber

Insgesamt 4,8 Millionen Anwartschaften lagen im Jahr 2015 bei Pensionskassen vor. 31 der als Verein organisierten Kassen machten bereits durch erste Kürzungen von sich reden; teilweise wurden die Bezüge sogar um 30 Prozent gemindert. Sorgen machen müssen sich laut Bafin aber bislang nur Anleger, deren Arbeitgeber nicht länger existiert oder die selbstständig waren. In den anderen Fällen schließt eine Ausgleichszahlung durch den ehemaligen Arbeitgeber von Anlegern die Lücke. Diese müssen gesetzlich dafür einstehen, dass die einst versprochenen Zahlungen auch geleistet werden können. 

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht schlägt aber nicht nur Alarm, sondern beruhigt gleichzeitig, dass sich die Kürzungen vorwiegend im geringen, einstelligen Bereich bewegen. Trotzdem werden in Zukunft wahrscheinlich immer mehr Pensionskassen und Lebensversicherer unter so genannter „intensivierter Aufsicht“ stehen. Das bedeutet, dass sie teilweise keine Neuverträge abschließen dürfen. Zuletzt waren 31 Pensionskassen und rund 20 Lebensversicherer betroffen; die Zahl hat sich seit einem Jahr noch nicht gesteigert.

Quelle: focus.de

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