Weniger Insolvenzen von deutschen Unternehmen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.03.2016

Die deutsche Wirtschaft wird immer robuster – jedenfalls gemessen an den Insolvenzen. Deren Anzahl ist nämlich auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken. Und auch Privatleute rutschten deutlich seltener in die Pleite als in den Jahren zuvor. Grund für diese erfreulichen Entwicklungen dürften die anhaltend günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik sein.

Die jüngste Erhebung des Statistischen Bundesamts bringt es an den Tag: 2015 lagen deutschen Amtsgerichten 23.123 Insolvenzen von Unternehmen vor. Damit haben im vergangenen Jahr vier Prozent weniger Firmen Pleite gemacht als 2014. Noch wichtiger: Es ist die geringste Anzahl von Konkursen seit 1999, als die Insolvenzverordnung in Kraft trat.

Seit 2010 rückläufige Entwicklung der Insolvenzen von Unternehmen

So erfreulich die rückläufige Entwicklung auch ist gut, überraschend kommt sie nicht. Schon seit geraumer Zeit melden von Jahr zu Jahr weniger Betriebe Konkurs an. Um genau zu sein, hält der Trend seit 2010 kontinuierlich an. Im Jahr davor gab es noch rund 35.000 Pleiten, ein Plus von 11,6 Prozent im Vergleich zu 2008. Zum damaligen Zeitpunkt bekamen auch deutsche Unternehmen die Auswirkungen der internationale Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren. Die höchste Anzahl von Konkursen deutscher Unternehmen gab es allerdings lange vorher: Im Jahr 2003 waren es fast 40.000 Fälle.

Anstieg der Insolvenzen Selbstständiger

Zurückgegangen sind auch die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen. Die taxieren die Amtsgerichte für 2015 auf rund 17,5 Milliarden Euro. Im Jahr davor kamen mit rund 25,2 Milliarden Euro noch erheblich höher Forderungen zusammen. Als ebenfalls stark rückläufig erweisen sich 2015 die Fälle von Verbraucherinsolvenzen. 80.347 Fälle wurden verzeichnet, dies entspricht einem Minus von 6,9 Prozent. Auch hier ist seit fünf Jahren ein entsprechender Trend zu verzeichnen. In die andere Richtung, also aufwärts, ging es bei Insolvenzen von Personen, die früher einer selbstständigen Tätigkeit nachgegangen sind. Davon zählte das Statische Bundesamt 20.586, mithin ein Anstieg um 0,6 Prozent verglichen mit 2014.

Bundesregierung wagt positive Prognose

Unterm Strich steht aber eine günstige Entwicklung, denn auch die Gesamtzahl aller Insolvenzen ist 2015 mit 127.683 Meldungen geschrumpft – um 5,3 Prozent. Bezüglich der zukünftigen Entwicklung der deutschen Konjunktur wagt die Bundesregierung eine vorsichtige positive Prognose. „Die deutsche Wirtschaft ist gut in das Jahr 2016 gestartet und bleibt trotz eines unsichereren globalen Umfelds auf Wachstumskurs“, zitiert „Spiegel Online“ aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums.

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