Weniger Unternehmensgründungen in Bayern

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.03.2019

Neugründungen im Freistaat Bayern gingen 2018 bereits zum neunten Mal in Folge zurück. Insbesondere Betriebsgründungen nahmen ab. Nur einzelne Regionen wie Aschaffenburg und Erlangen trotzten diesem Trend und verzeichneten einen Zuwachs.

Die gute Lage am Arbeitsmarkt und die Angst vor finanziellen Verlusten werden beispielhaft als Gründe aufgeführt. Da vermutlich auch der bürokratische Aufwand eine Rolle spielt, befindet sich diesbezüglich eine Anpassung in Planung.

Nur 6,8 Gründungen pro 1.000 Einwohner

Das Landesamt für Statistik informierte kürzlich über einen Rückgang der Unternehmensgründungen im Freistaat Bayern. 0,4 Prozent weniger Neugründungen wurden 2018 im Vergleich zum Vorjahr 2017 angemeldet. Das entspricht 88.958 Gründungen. Davon fielen nur 18.700 in die Kategorie der Betriebsgründung – umfassen also Firmen, die wahrscheinlich einen hohen, wirtschaftlichen Stellenwert einnehmen werden. Nur auf diesen Bereich gefasst, liegt der Rückgang sogar bei 2,7 Prozent.

Die letzten neun Jahre lang verzeichnete Bayern durchweg einen Rückgang der Unternehmensgründungen. 2018 waren von 1.000 Einwohnern nur noch durchschnittlich 6,8 Einwohner Existenzgründer. Allerdings wurden gleichzeitig auch weniger Geschäftsaufgaben gemeldet: 79.734 Fälle waren 2018 in Bayern bekannt. Das ist ungefähr mit dem Vorjahreswert zu vergleichen. Insolvent waren 4,2 Prozent weniger Firmen als im Jahr 2017.

Zuwachs in einzelnen Regionen

Die Gründe für den kontinuierlichen Rückgang sind einerseits die guten Aussichten auf einen festen Job in Unternehmen. Praktisch niemand ist in Bayern aus Existenznot heraus dazu gezwungen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Andererseits schrecken viele Bürger vor dem Risiko zurück, Kapital zu verlieren, welches in die Gründung investiert wird.

Es gibt aber auch gute Nachrichten im Bereich der Neugründungen: So verzeichneten einzelne Regionen einen Zuwachs von bis zu 23,3 Prozent. Diese Spitze erreichte die Stadt Aschaffenburg, auch Erlangen und der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen blicken im Jahr 2018 auf einen Anstieg von jeweils 15,5 Prozent. Um diesen Positivtrend zu fördern und auch in anderen Regionen zu entwickeln, möchte der Bayerische Industrie- und Handelskammertag in Bezug auf die Gründung einiges ändern. Beispielsweise sollen vereinfachte Steuerregelungen für Selbstständige und ein geringerer, bürokratischer Aufwand die Unternehmensgründung attraktiver gestalten. Auch sollen von 2015 bis 2020 rund 330 Millionen Euro in diesem Bereich investiert worden sein.

Quelle: süddeutsche.de

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