Winterreifen aufziehen vermeidet Ärger mit der Kfz-Versicherung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.11.2018

Von Oktober bis Ostern: Nach dieser Faustregel ziehen viele Kfz-Halter die Winterreifen auf. Da es in Deutschland keinen fest vorgeschriebenen Termin für den Wechsel gibt, sollte aber stets ein besonderer Blick auf die Wetterverhältnisse erfolgen. Denn wer bei Eis und Glätte auf Sommerreifen unterwegs ist und einen Unfall verursacht, wird zur Kasse gebeten.

Die Kfz-Versicherung übernimmt in diesem Fall zwar die vollständigen Kosten, die für den Unfallgegner entstanden sind. Doch bleibt der Verursacher auf Sommerreifen meist auf eigenen Kosten sitzen. Diese werden, wenn beispielsweise mit sommerlicher Bereifung ein Schneegebiet durchfahren wird, nicht oder nur teilweise von der Versicherung getragen.

Viel Ärger bei falscher Bereifung

Ein reger Schriftwechsel und viel Ärger mit der Autoversicherung können die Folge sein, wenn die winterlichen Wetterumstände den Kfz-Halter nicht zu dem dringend notwendigen Reifenwechsel bewegt haben. Zwar gibt es Versicherungen, die einen Zusatz beinhalten, der auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet; also prinzipiell auch dann zahlt, wenn Fahrlässigkeit vorliegt. Doch diese Klausel greift bei der Winterbereifung nicht. Auch diese Kfz-Halter dürfen im Winter mit Kürzungen der Versicherungsleistung rechnen, wenn sie auf Sommerreifen in einen von ihnen verursachten Unfall verwickelt werden.

Sichere Reifen, richtiger Zeitpunkt

Reifenwechsel im Zweifel witterungsabhängig vornehmen

Der ADAC hat Winterreifen bereits mehrfach unter verschiedenen Temperatureinflüssen getestet. Sollte die Temperatur regelmäßig 13 Grad überschreiten, kann der Bremsweg im Vergleich zu Sommerreifen deutlich länger ausfallen. 

Prüfen Sie daher auch bei einem Wechsel im Oktober, ob die Temperaturen bereits für eine Winterbereifung sprechen.

Wichtig ist aber nicht nur der richtige Zeitpunkt, sondern auch der Einsatz sicherer Reifen. Winterreifen müssen eine ausreichende Profiltiefe aufweisen, die vier Millimeter beträgt. Ein einfacher Test hilft dabei, zu beurteilen, ob die Reifen noch fahrtauglich sind: Wenn eine 1-Euro-Münze in das Profil gesteckt wird und sich die goldene Umrandung noch zeigt, beträgt die Profiltiefe weniger als vier Millimeter. In diesem Fall riskiert der Halter ebenfalls Probleme mit der Versicherung im Schadensfall.

Zwar ist ein fester Termin für den Reifenwechsel nicht vorgeschrieben, normalerweise reicht ein Blick auf die Straßen aber aus. Sich nach der so genannten „O bis O Regel“ zu richten, also von Oktober bis Ostern auf Winterbereifung zu setzen, ist ein guter Leitfaden. Seit 2018 gibt es sogar noch einen weiteren Anreiz neben der Verkehrssicherheit und der Leistung der Kfz-Versicherung, um sich frühzeitig um die korrekte Bereifung zu kümmern. Seitdem kassiert nämlich nicht mehr nur der Fahrer ein Bußgeld und Punkte in Flensburg, sondern auch der Halter eines Fahrzeugs – wenn es sich dabei nicht um dieselbe Person handelt.

Quellen: t-online.de, rp-online.de, ADAC.de

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