Vergleich: Wo die Steuern am höchsten sind

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.04.2016

Die Belastung von Arbeitslöhnen durch Steuern und Sozialabgaben ist in Deutschland im internationalen Vergleich sehr hoch. Das gilt zumindest für Arbeitnehmer, die alleinstehend und kinderlos sind. Familien profitieren in Deutschland aber von einigen steuerlichen Vorteilen.

Im internationalen Vergleich sind die Steuern und Sozialabgaben in Deutschland besonders hoch. In kaum einem anderen Land landet ein so geringer Anteil des Bruttolohns auf den Girokonten von Arbeitnehmern wie in der Bundesrepublik. Neben der Einkommensteuer schmälern Beiträge für gesetzliche Krankenversicherung sowie Beiträge zur Sozialversicherung den Betrag in Deutschland ganz erheblich. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Hohe Belastung durch Steuern und Sozialabgaben in Deutschland

Insgesamt machen Abgaben in Deutschland bei unverheirateten, kinderlosen Arbeitnehmern 49,4 Prozent der Lohnkosten aus. In diesem Wert ist allerdings auch der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung berücksichtigt. Die Arbeitnehmer selbst zahlen dabei Abgaben in Höhe von 39,7 Prozent ihres Bruttolohns. Nur in Belgien mit 55,3 und in Österreich mit 49,5 Prozent ist der Gesamtanteil der Abgaben auf die Lohnkosten noch höher.

Doch auch in Ungarn, Italien und Frankreich sind die Löhne ähnlich stark von Steuern und Sozialabgaben belastet. Ganz am anderen Ende der Skala befinden sich Mexiko (19,7 Prozent), Neuseeland (17,6 Prozent) und Chile (7 Prozent). Auffällig ist, dass in Deutschland vor allem die Sozialabgaben einen großen Teil der Abgaben ausmachen. Die Einkommensteuer ist in anderen Ländern, zum Beispiel in Dänemark oder Island, deutlich höher.

Familien werden in Deutschland besonders begünstigt

Anders sieht es jedoch aus, wenn man Familien betrachtet, in denen nur ein Ehepartner berufstätig ist. Die Belastung liegt dann nur noch bei 34 Prozent, womit sie sich zwar immer noch über dem internationalen Durchschnitt liegt, aber immerhin hinter Ländern wie Frankreich, Belgien, Italien und Finnland zurückbleibt.

Die Steuerlast sinkt deutlich, wenn bei der Berechnung staatliche Leistungen wie Kindergeld berücksichtigt werden. Eine große Rolle spielt aber auch das Ehegattensplitting, durch das die Steuern stark sinken, wenn einer der Ehepartner nicht arbeitet. Die OECD kritisiert dieses System bereits seit Längerem, weil es dadurch für Frauen oft kaum Anreize gibt, arbeiten zu gehen.

Quelle: OECD

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