Wohneigentum: Deutsche sind nicht gern Vermieter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.10.2016

Wohneigentum ist als Kapitalanlage beliebt. In die Rolle des Vermieters schlüpfen die Deutschen hingegen ungern: Für Privatpersonen ist es zumeist wenig attraktiv, eine Wohnung oder ein Haus zu vermieten. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor, über die das "Handelsblatt" berichtet. Nur wenige Deutsche besitzen demnach eine vermietete Immobilie.

Während sich viele Deutsche ein Eigenheim zulegen und so auch für das Alter vorsorgen, gehört vermietetes Wohneigentum nicht zu den beliebtesten Kapitalanlagen. Nur zwölf Prozent der deutschen Privatanleger nennen eine Mietwohnung ihr Eigen oder vermieten ein Haus. Dies hat das Institut für Demoskopie Allensbach in einer repräsentativen Untersuchung mit 1.400 Personen herausgefunden, wie das "Handelsblatt" berichtet.

Vermieter sein? Angst vor Verpflichtungen ist bei Privatleuten groß

Nur fünf Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sie ernsthaft darüber nachdächten, sich privat als Vermieter zu betätigen und sich entsprechendes Wohneigentum zuzulegen. Den Kampf um die Mietmärkte vor allem in den Metropolen, wo die Immobilienpreise stetig steigen, überlassen Privatanleger also gern professionellen Investoren. Die Gründe dafür liefert die Untersuchung ebenfalls: "Die Furcht vor organisatorischen und finanziellen Komplikationen ist das Haupthindernis für den Erwerb von vermietbarem Wohneigentum", zitiert das "Handelsblatt" Thomas Meyer, Vorstandsvorsitzender der Wertgrund Immobilien, die die Studie in Auftrag gegeben hat. Als weitere Befürchtungen vieler Anleger nennt Meyer Mietausfälle und unvorhergesehen Kosten. Viele Befragte sind nach seinen Worten zudem der Meinung, dass Immobilien derzeit zu teuer seien, um über einen Kauf nachzudenken.

Studie: Viele könnten sich vermietetes Wohneigentum leisten

Laut der Untersuchung wären 25 Prozent der Deutschen grundsätzlich finanziell in der Lage, sich Wohneigentum zur Vermietung anzuschaffen. Das bedeutet nach Auffassung der Studienautoren konkret: Nach Abzug sämtlicher Fixkosten wie Miete oder Abschlagszahlung fürs Eigenheim, Heizkosten und Ausgaben für Kleidung, Lebensmittel und weitere Konsumgüter bleiben monatlich mindestens 500 Euro ungenutztes Kapital übrig.

Andere Experten schätzen laut "Handelsblatt" jedoch 500 Euro als zu geringes Kapital ein, wenn Privatleute planen, sich eine Mietwohnung zu kaufen. Hinzu komme laut Verbraucherschützern, dass die vermietete Immobilie ein vergleichsweise hohes Risiko bei der Geldanlage darstelle. Ganz unbegründet erscheint die Skepsis vieler Privatanleger vor diesem Hintergrund also nicht zu sein.

Quelle: Handelsblatt

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