„Wohnen in Deutschland 2017“: So groß sind die Preisunterschiede

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.03.2017

Laut der jährlichen Studie zur Wohnsituation in Deutschland, die von der Sparda-Bank beauftragt und vom Allensbach-Institut sowie vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln Consult durchgeführt wird, sind zwei Drittel der Deutschen der Meinung, dass sich Wohneigentum lohnt. Tatsächlich leben aber lediglich 46 Prozent tatsächlich im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Das hängt unmittelbar mit dem großen Preisgefälle innerhalb der Bundesrepublik zusammen.

Obwohl rund zwei Drittel der Befragten in Deutschland Wohneigentum als rentabler erachten als Miete zu zahlen, lebt faktisch nicht einmal die Hälfte in den eigenen vier Wänden. Das ergab jetzt die alljährliche „Wohnen in Deutschland“-Studie der Sparda-Bank, des Institut Allensbach und des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln Consult. Neben generell fehlender Risikobereitschaft sind für diese Diskrepanz vor allem die immensen Unterschiede bei Immobilienpreisen innerhalb Deutschlands verantwortlich.

Quadratmeter in München fast sieben Mal so teuer wie in Chemnitz

Als Hauptgrund, bislang nicht selbst Wohneigentum erworben zu haben, gibt der Großteil der Befragten Angst vor zu großer Verschuldung oder der Unfähigkeit an, langfristig Kredite zur Immobilienfinanzierung bedienen zu können. Diese Sorge hängt insbesondere mit den teils enorm hohen Kaufkosten für Immobilien zusammen, die über die verschiedenen Regionen Deutschlands hinweg entschieden variieren. Wird mit 242.000 Euro den Durchschnittskaufpreis für Immobilien 2016 angelegt, sind dafür in Chemnitz durchschnittlich satte 291 Quadratmeter, in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet noch 190 Quadratmeter erhältlich. 

Wird dagegen ein Blick auf die sieben größten Städte Deutschlands geworfen, bekommt man hier für das Geld nicht einmal mehr 100 Quadratmeter. In Berlin können Käufer es mit dem genannten Budget zwar noch auf 98 Quadratmeter schaffen, in München dagegen müssen sie sich mit bescheidenen 44 Quadratmetern zufriedengeben. Wer es in der Großstadt etwas günstiger haben möchte, muss pendeln. In Berlin und München reicht eine Distanz von 15 Kilometern aus, in Hamburg müssen 18 Kilometer Fahrweg in Kauf genommen werden.

Wohneigentum lohnt sich trotzdem

Außerhalb der Großstädte sind die Immobilienpreise allerdings nach wie vor bezahlbar und wertstabil, da sie seit 2005 nicht mehr gefallen sind. Gerade die momentan historisch günstigen Zinsen machen die Finanzierung auch bei höheren Kaufpreisen lukrativ. Wer ein durchschnittliches Eigenheim mit 30 Prozent des Haushaltseinkommens finanziert, hat die Immobilie nach 20 Jahren abbezahlt.

Quellen: Spiegel Online, PressePortal, Stern

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