Wohnnebenkosten in Deutschland variieren stark

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.02.2017

In Deutschland gilt meist der Mietspiegel als Richtschnur, wie teuer das Wohnen in einer Stadt ist. Doch eine Erhebung vom Bund der Steuerzahler für das Jahr 2016 zeigt, dass es bei den Wohnnebenkosten zwischen den Landeshauptstädten deutliche Unterschiede gibt. Demnach ist Saarbrücken am teuersten und München am günstigsten.

Wer eine Wohnung mietet oder ein Haus kauft, berücksichtigt in der Regel den Endpreis. Als besonders teure Pflaster für die Wohnungsmiete gelten hier München, Düsseldorf oder Stuttgart. Allerdings setzen sich die Miet- oder Hauskosten aus vielen verschiedenen Komponenten zusammen.

Der Bund der Steuerzahler hat deshalb mit einer Erhebung für das Jahr 2016 versucht, die Wohnnebenkosten für die 16 Landeshauptstädte in Deutschland aufzuschlüsseln und miteinander zu vergleichen. Dabei wurde von einem Drei-Personen-Musterhaushalt ausgegangen. Berücksichtigt wurden die Kosten für Abfallbeseitigung, Straßenreinigung sowie für Winterdienste und Parkausweise. Darüber hinaus wurden GEZ-Gebühren und die Grundsteuer mit in den Vergleich einbezogen. Die Kosten für Schornsteinfeger blieben unberücksichtigt.

Neues Kostengefälle bei Berücksichtigung von Wohnnebenkosten

Das Ergebnis der Studie des Bundes der Steuerzahler macht München zur günstigsten Landeshauptstadt, wenn lediglich die Wohnnebenkosten berücksichtigt werden. Demnach zahlte ein Drei-Personen-Haushalt dort 1.643 Euro an Nebenkosten pro Jahr. München lag somit deutlich unter dem Mittel von 1.913 Euro.

Am höchsten fielen die Wohnnebenkosten in Saarbrücken aus. In der Landeshauptstadt des Saarlands musste ein vergleichbarer Haushalt 2.195 Euro pro Jahr berappen.

Extreme Unterschiede bei Abwassergebühren und anderen Nebenkosten

Der Bund der Steuerzahler hob besonders die Kontraste bei Schmutzwassergebühren hervor. So müsste ein Drei-Personen-Haushalt in Potsdam jährlich 678 Euro für das Abwasser bezahlen, während in Mainz für die gleiche Leistung pro Jahr 210 Euro an Kosten anfielen. Bei den Gebühren für das Niederschlagswasser sieht es ähnlich aus. In Berlin bezahlte der Musterhaushalt 235 Euro pro Jahr. In Kiel lagen die Kosten dafür nur bei 72 Euro.

Für Verbraucher bedeutet die Erhebung, dass sie durch einen Umzug zwar an Wohnnebenkosten sparen können. Dennoch bleiben die Mietpreise in bestimmten Metropolen hoch, so etwa in München, Hamburg oder Stuttgart.

Quellen: Focus, BdSt

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