Wohnungsnot: Nicht nur Großstädte betroffen

Zuletzt aktualisiert am 23.06.2017

Da Wohnungen in Deutschlands Metropolen immer knapper und teurer werden, gestaltet sich die Suche hier schon länger zunehmend problematisch. Doch nun zeigt eine Studie, dass es auch außerhalb der Ballungsräume an bezahlbarem Wohnraum mangelt. Das Gutachterinstitut Prognos diagnostiziert einem Drittel der regionalen Wohnungsmärkte eine unzureichende Angebotssituation. Selbst Haushalte mit mittlerem Einkommen haben verstärkt Probleme bei der Suche.

Die Wohnungsnot in Deutschlands Großstädten ist bei immer höheren Immobilienpreisen und mangelndem Angebot ein zunehmend dringliches Problem.

Laut des Gutachterinstituts Prognos hat diese Entwicklung nun auch ihren Weg in Regionen außerhalb der Ballungsräume gefunden. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum betreffe inzwischen auch Haushalte mit mittleren Einkommen und insgesamt rund ein Drittel der regionalen Wohnungsmärkte.

Von der Stadt bis aufs Land

Die sieben größten Städte der Republik kämpfen inzwischen mit einem regelrechten Wohnungsnotstand, in dem aus einem knappen Angebot immer höhere Mieten resultieren. Nachdem schon die Mietpreisbremse in die Kritik geraten ist, setzt sich einer Studie zufolge der Mangel an bezahlbarem Wohnraum auch außerhalb der Ballungsräume fort.

Das Gutachterinstitut Prognos stuft die Situation in 138 Städten und Kreisen als problematisch ein. Der Analyse zufolge gehe das „Phänomen des Wohnungsmangels“ nicht nur „deutlich über die Metropolen und Ballungsräume hinaus“, sondern betreffe auch Haushalte mittlerer Einkommen.

In Auftrag gegeben hatte die Studie das Verbändebündnis Wohnungsbau, bestehend aus sieben Verbänden und Organisationen aus Bau- und Immobilienbranche.

Wenig Raum für viel Geld

Weiterhin am angespanntesten sei der Wohnungsmarkt in den Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Hier können sich Familien mit einem mittleren Einkommen von 2.168 Euro netto nicht einmal 70 Quadratmeter Wohnraum leisten. Aus Expertensicht gibt eine Familie etwa 35 Prozent des Einkommens für die Warmmiete aus und bekommt im Bundesdurchschnitt 77 Quadratmeter für 759 Euro.

Der Immobilienmarkt scheint somit stark gespalten, da sich die Mieten in vielen Regionen weiter drastisch erhöhen, während in anderen Kreisen viele Eigenheime gebaut werden. Hier könnten sich die Preise rückläufig entwickeln.

Robert Feiger, Chef der Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt, sieht die Entwicklung problematisch, da sich "selbst Durchschnittsverdiener einen Umzug nicht mehr erlauben“ könnten. „Die Bezahlbarkeit von Wohnraum ist für mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine finanzielle Herausforderung" und der Wohnungsmangel sei damit in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Am Donnerstag stellen die Parteien drei Monate vor der Bundestagswahl Pläne gegen die steigenden Preise und akute Wohnungsnot vor. Das Verbändebündnis sieht die Thematik des bezahlbaren Wohnens als eines der fünf wichtigsten Themen im diesjährigen Wahlkampf.

Weitere Meldungen in Überblick

  • Brexit bedroht Auto-Jobs: Käme es zu einem harten Brexit, so würden sich deutsche Autos in Großbritannien verteuern. Die damit sinkende Nachfrage könnte einer Studie zufolge 18.000 deutsche Arbeitsplätze gefährden.
  • Talfahrt für Ölpreise: Der Niedrigkurs geht weiter, die Opec kann Fördermengen nicht eindämmen und die Lager sind voll. Ein Barrel der Nordseesorte Brent fällt auf 45 Dollar und auch der DAX leidet unter den gesunkenen Ölpreisen.

Quellen: Spiegel, Handelsblatt

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