Zahl der Baugenehmigungen sinkt stetig

Zuletzt aktualisiert am 30.09.2019

Trotz Wohnungsnot in deutschen Städten werden 2019 weniger Baugenehmigungen verzeichnet als noch im Vorjahr. Auch ein Jahr nach dem Wohngipfel ist keine Erholung auf dem Wohnungsmarkt in Sicht, stattdessen steigen Mieten und Kaufpreise.

Im Gegensatz zu 2018 zeigen die ersten sieben Monate des Jahres, dass trotz erhöhter Immobiliennachfrage kaum neue Wohngebäude bewilligt werden. Durch die nicht befriedigte Nachfrage steigen die Kauf- und Mietpreise bereits vorhandener Immobilien – besonders in Ballungsräumen, in denen neuer Wohnraum knapp bemessen ist.

Statistiken verheißen einen Negativtrend

Der bereits andauernde Negativtrend auf dem Wohnungsmarkt wird durch die veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigt: In den ersten sieben Monaten wurden rund 7.300 Wohnungen weniger genehmigt als 2018. Das bedeutet einen Rückgang von 4,1 Prozent. Bereits im ersten Halbjahr hatte das Statistische Bundesamt einen Wohnbaugenehmigungsrückgang von 2,3 Prozent verzeichnet.

Hinzu kommt, dass auch die Zahl des verfügbaren Baulandes – gerade in Metropolen – sinkt. „Neue Wohnungen können nur geplant werden, wenn man auch weiß, wo man sie bauen soll,“ klagt Andreas Ibel, Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmer. In Ballungsgebieten steigen die Mietpreise deswegen seit Jahren und auch der geringe Bauzins, der zu einem günstigen Immbolienkredit führen kann, bietet keine Erleichterung der Wohnungsnot.

Zudem liegen, laut Bundesamt, viele unbearbeitete Aufträge bei den Behörden, weswegen sich die Genehmigung eines Neubaus häufig verzögert. Auch der Fachkräftemangel verschärft den Negativtrend, denn durch fehlende Handwerker kommen Betriebe mit dem Bau genehmigter Wohnungen und Häuser in Verzug.

Trotz Wohngipfel 2018: Verbesserung bleibt aus

Auf dem Wohngipfel vor etwa einem Jahr hatte die Bundesregierung Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnungsnot in der Bundesrepublik beschlossen. Unter anderem sollen Steuervorteile, Wohnungsbauprämien sowie die Möglichkeit, Baukosten schneller abschreiben zu können, zum Neubau von jährlich 375.000 Wohnungen deutschlandweit führen.

Um Angebot und Nachfrage in Zukunft auszubalancieren und Wohnraum stetig zur Verfügung stellen zu können, müssen pro Jahr etwa 300.000 bis 400.000 neue Wohngebäude genehmigt und erbaut werden. Durch den Rückgang der Baugenehmigungen werden 2019 voraussichtlich jedoch weniger als 300.000 Wohnungen entstehen – Trend sinkend.

Quelle: wiwo.de

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