Zahlen der Commerzbank können nicht überzeugen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.02.2017

Deutschlands zweitgrößte Bank kann das Jahr 2016 mit positiven Zahlen abschließen. Der Gewinn der Commerzbank liegt bei 279 Millionen Euro und Bankchef Martin Zielke spricht von einem „soliden Ergebnis“. Unterm Strich dürfte das Geldhaus jedoch ebenso wenig zufrieden sein wie Aktionäre und Mitarbeiter. Besonders mit Blick auf den Milliardengewinn des Vorjahres belasten große Umbaumaßnahmen, Einsparungen und Niedrigzinsen das Kreditinstitut. Analysten bemängeln den erzielten Gewinn zudem als Resultat von Sonderfaktoren.

Mit einem 2016 erzielten Gewinn von 279 Millionen Euro kann die Commerzbank ein Plus auf ihrer Habenseite verbuchen. Umbaumaßnahmen zur Digitalisierung, Niedrigzinsen und Einsparungen bei den Mitarbeiterboni belasten hingegen die Zufriedenheit von Anlegern wie Angestellten. Bankchef Martin Zielke spricht von einem „soliden Ergebnis“, doch werten Analysten den Gewinn als Ergebnis von Sonderfaktoren. Gemessen am Milliardengewinn des Vorjahres dürfte Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut kaum zufrieden sein.

Gute und schlechte Nachrichten

Es sind auf den ersten Blick gute Zahlen, die von der Commerzbank zum Jahresabschluss präsentiert wurde. Mit dem Ergebnis von 279 Millionen übertrafen sie die Erwartungen von Analysten um rund 29 Millionen Euro. Auch das Privatkundengeschäft legte mit über 320.000 Neuzugängen zu. Wirklich zu überzeugen wusste die Bank dennoch weder Anleger noch Analysten. Letztere bemängelten, dass der Gewinn nur unter Einbezug von Sonderfaktoren im Schlussquartal zustande kam.

So seien die Quartalserträge von Gewinnen aus Immobiliengeschäften und der Einigung im Streit mit der einstigen Krisenbank Hypo Alpe Adria (Heta), die einen Sondergewinn von 140 Millionen Euro brachte, angehoben worden. Auch der anteilige Verkauf des europäischen Visa-Kreditkartengeschäfts hatte maßgeblich zum Plus beigetragen. Die Ertragsseite wirkt hingegen ernüchternd. Niedrige Zinsen machen nicht nur Geldanlagen wie dem Festgeld sondern auch der einlagestarken Bank zu schaffen – laut Finanzvorstand Engels belaste das Zinsumfeld den Firmen- und Privatbereich seit 2015 mit 500 Millionen Euro. 

Die nahe Zukunft der Commerzbank

Bankchef Zielke hat seit seiner Einsetzung umfassende Maßnahmen aufgenommen. Zur Einsparung wurde die an Konterperformance gebundene variable Vergütung für Mitarbeiter um 100 Millionen Euro gekürzt. Zielke sieht in Zukunft auch an anderer Stelle Sparpotenzial, um weiter wachsen zu können. Bis ins laufende Jahr dürften außerdem Umstrukturierungsmaßnahmen belasten, die der Commerzbank mehr Digitalisierung bringen sollen.

Auch die Streichung von bis zu 9.600 Stellen sieht der Sparkurs vor. Dabei sollen betriebsbedingte Kündigungen allerdings weitestgehend verhindert werden. Um den niedrigen Zinsen entgegenzuwirken, plant die Commerzbank ein höheres Volumen margenstarker Privatkredite und einen weiteren Ausbau des Privat- und Firmenkundengeschäftes. Größte Stütze wären dennoch Zinsen im Aufwärtstrend. Die kann die Commerzbank jedoch mit allen Plänen nicht erreichen.

Quellen: Handelsblatt, Börse Online

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